360.000 Liter Löschwasser: Die Bilanz eines Rekordsommers
Mainz. 2026 wird für Rheinland-Pfalz vermutlich zum Rekordjahr – im traurigen Sinne. So viele Waldbrände wie in diesem Jahr gab es nach Angaben der Polizei noch nie. Die Hubschrauberstaffel flog 114 Einsätze zur Brandbekämpfung und warf dabei rund 360.000 Liter Wasser ab.
Die Zahlen
114 Einsätze zur Brandbekämpfung
Rund 360.000 Liter abgeworfenes Löschwasser
72 Flugstunden der eingesetzten Hubschrauber
Im Einsatz war die Staffel dabei nicht nur in Rheinland-Pfalz, sondern in mehreren Bundesländern.
Nicht nur Löschen
Angefordert wurden die Hubschrauber nicht ausschließlich zum Wasserabwurf.
Ebenso wichtig war der Blick von oben: Aus der Luft lässt sich erkennen, wie weit sich ein Feuer ausgedehnt hat und wo neue Brandherde entstehen. In unübersichtlichem Waldgelände ist das vom Boden aus kaum möglich.
Was am Boden passiert
Ein Löscheinsatz aus der Luft funktioniert nur mit Unterstützung am Boden.
Dort überwachen Helfer die Wasseraufnahme aus Faltbecken – mobilen Behältern, aus denen die Hubschrauber ihre Außenlastbehälter füllen. Andere organisieren den Treibstoff, denn ein Hubschrauber im Dauereinsatz muss regelmäßig auftanken.
Die Polizei spricht von einer "technischen und logistischen Meisterleistung" und dankte allen Beteiligten.
Woran man sich erinnert
Für unsere Region war der August der Monat, in dem es kaum Pausen gab.
In Langscheid in der Vordereifel brannten rund 50 Hektar Wald und Wiesen, rund 300 Kräfte waren im Einsatz, sieben Feuerwehrleute wurden verletzt. Ein Ortsteil musste evakuiert werden, für zwei weitere lief die Evakuierungswarnung.
In Hilgert im Westerwaldkreis standen 85.000 Quadratmeter in Flammen – 226 Feuerwehrleute, 40 DRK-Kräfte, Polizei und THW waren dort gebunden.
Dazu kamen Brände in Feldkirchen, Heddesdorf und Bad Ems.
Warum es so schlimm wurde
Die Ursache lag im Boden. Seit März 2026 hatte es in fast ganz Deutschland zu wenig geregnet; der Zeitraum von November bis Juli war seit Beginn der Aufzeichnungen 1882 nur zweimal trockener.
Wo sonst feuchtes Laub ein Feuer bremst, lag trockene Streu. Ein Funke genügte.
Zur Einordnung: Rheinland-Pfalz gilt eigentlich als wenig waldbrandgefährdet – wegen des hohen Laubholzanteils und eines dichten Wegenetzes, das wie ein System aus Brandschneisen wirkt. In normalen Jahren verbrennen im ganzen Land nur wenige Hektar.
Allein der Brand bei Langscheid übertraf den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2022.