Hubschrauber über Feldkirchen und Irlich: Am Freitag wird es laut
Neuwied. Am Freitag fliegt ein Hubschrauber über die Bahnstrecke zwischen Neuwied-Feldkirchen und Neuwied-Irlich. Er transportiert Beton für eine neue Stützmauer an der Strecke. Die Arbeiten laufen tagsüber bis voraussichtlich 15 Uhr. Anwohner sollten lose Gegenstände auf Balkonen und Terrassen vorher wegräumen – die Rotoren erzeugen kräftigen Wind.
Was Anwohner wissen sollten
Die Bahn weist bei solchen Einsätzen selbst auf zwei Dinge hin: Es wird deutlich hörbar laut, und durch die Rotoren entstehen starke Luftbewegungen.
Deshalb der Rat, den die DB ihren Anwohnern gibt: leichte und bewegliche Gegenstände in Gärten, auf Terrassen und Balkonen vorsorglich sichern. Gemeint sind Sonnenschirme, Kissen, Wäscheständer, Mülltonnendeckel, Gartenstühle – alles, was Wind mitnehmen kann.
Der Lärm kommt in Wellen. Ein Hubschrauber dieser Art fliegt immer wieder dieselbe Runde: Last aufnehmen, absetzen, zurück. Dazwischen ist es ruhig.
Warum überhaupt ein Hubschrauber
Die Bahn baut dort eine sogenannte Schwergewichtswand. Das ist eine Stützmauer, die nicht verankert wird, sondern allein durch ihr eigenes Gewicht hält.
Warum der Beton aus der Luft kommt, schreibt die DB in ihrer Meldung nicht. Üblich ist das Verfahren überall dort, wo schwere Lasten an Stellen müssen, an die kein Lastwagen und kein Kran herankommt – etwa an Böschungen entlang der Gleise.
Nicht der einzige Einsatz in der Region
Hubschrauber fliegen derzeit an gleich drei Stellen entlang der rechten Rheinstrecke.
Koblenz-Horchheim: An der Horchheimer Brücke entsteht ebenfalls eine neue Stützwand. Bis zum 30. Oktober werden Stahlpfosten eingeflogen, am 3. und 4. November kommt ein größerer Hubschrauber und liefert die Betonplatten.
Braubach: Dort fliegt vom 2. bis 29. November fast einen Monat lang ein Hubschrauber – für Arbeiten zur Sicherung der Felshänge über der Strecke.
Das Empfangsgebäude in Neuwied verschwindet
Fast unbemerkt läuft seit dem 15. Oktober der Rückbau des Empfangsgebäudes am Bahnhof Neuwied. Die Bahn rechnet mit rund sechs Wochen, also bis etwa Ende November.
Rund um den Bahnhof wird außerdem bis Anfang Dezember an Gleisen und Weichen gearbeitet. Die Arbeiten an der neuen Eisenbahnbrücke Schlossstraße und am Bahndamm dort sollen bis zum 31. Oktober abgeschlossen sein.
Wo es nachts laut wird
Für die nächsten Wochen lohnt ein Blick auf die Liste, wenn Sie in der Nähe der Strecke wohnen.
Engers: Vom 7. bis 11. November werden tagsüber Pfähle für die neue Lärmschutzwand am Bahnhof eingerammt. Bis Mitte November wird rund um die Uhr an Gleisen und Kabeltrassen gearbeitet, dazu kommen Betonschneidearbeiten mit punktuellem Lärm.
Koblenz-Ehrenbreitstein: Bis zum 11. Dezember werden Schwellen gewechselt und Gleise gestopft, auch nachts.
Koblenz-Horchheim: Hier ist bis Mitte Dezember praktisch durchgehend Baustelle – Erdarbeiten, eine Baugrube für das neue Brückenbauwerk, Gleisrückbau und -wiederaufbau, teils nachts.
Braubach und St. Goarshausen: In beiden Orten wird im November in mehreren Blöcken nachts gearbeitet, jeweils von Anfang bis Ende des Monats.
Osterspai: Vom 2. bis 15. November laufen Arbeiten an einer Versickerungsanlage rund um die Uhr.
Was sonst in der Region läuft
Bad Hönningen: Bis zum 1. Dezember Arbeiten am Bahnhof und an der Personenunterführung, bis zum 15. November Arbeiten für die neue Schallschutzwand zwischen der Landesstraße 87 und der Straße Am Güterbahnhof sowie in der Kolpingstraße in Ariendorf.
Bendorf: An der Eisenbahnüberführung Engerser Straße läuft seit Januar die Sicherung der Baugrube. Die Durchfahrt auf Höhe Werftstraße ist weiter voll gesperrt, die Umleitung ist ausgeschildert.
Erpel: Bis zum 1. November Arbeiten an Bahnsteigen und Personenunterführung, unter anderem mit lauten Schneidgeräten. Bis zum 20. November entsteht eine neue Schallschutzwand zwischen Brückenstraße und Erpeler Ley Straße.
Leubsdorf, Leutesdorf, Linz, Rheinbrohl, Unkel: An allen Bahnhöfen wird bis zum 1. November an neuen Bahnsteigen, Unterführungen und Gleisen gearbeitet.
Gleisbauarbeiten zwischen Unkel, Bad Hönningen und Leutesdorf dauern bis zum 22. November.
Niederlahnstein und Oberlahnstein: Bis zum 1. November Nachtarbeiten auf der Lahntalbahn beziehungsweise Erdarbeiten an der Eisenbahnbrücke Frankenstraße.
Wann fahren wieder Züge?
Die Strecke ist bis zum 12. Dezember gesperrt. Ein genauer Termin für den ersten Zug danach steht noch nicht fest: Bevor wieder gefahren werden darf, müssen unabhängige Sachverständige die Bauwerke abnehmen. Die Bahn will den Verkehr anschließend schrittweise hochfahren.
Der Fahrplan läuft bis dahin über den Ersatzverkehr mit Bussen.
Was dahintersteckt
Die rechte Rheinstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden wird seit dem 10. Juli auf 160 Kilometern komplett saniert – fünf Monate am Stück, bei voller Sperrung. Erneuert werden rund 80 Kilometer Gleis, knapp 100 Kilometer Oberleitung, 160 Weichen und zehn Brücken. 36 Bahnhöfe sind betroffen. Die Kosten liegen bei rund 1,6 Milliarden Euro.
Nach Angaben der Bahn liegt das Projekt im Zeitplan.
Zwei Dinge bleiben allerdings auch nach dem 12. Dezember offen: Das neue Stellwerk in Neuwied wird während der Sperrung zwar weitgehend fertiggestellt, aber erst im Juli 2027 abgenommen und in Betrieb genommen. Und die Aufzüge an den Bahnhöfen werden erst bis April 2027 nach und nach eingebaut – dafür muss die Strecke aber nicht noch einmal gesperrt werden.