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NeuwiedFM

Metall in Halloween-Süßigkeiten: Polizei rät Eltern zum Nachsehen

In Appenheim fand ein Junge zwei Magnete, die außen an einem Bonbon klebten. In Thüringen steckten Nadeln in Süßigkeiten. Was Eltern prüfen sollten – und was sie bei einem Fund tun.

Verspielte Halloween-Geisterdekorationen, umgeben von leuchtenden Chrysanthemen.
Foto: elena_ sher / Pexels

Neuwied/Appenheim. In mehreren Bundesländern haben Familien nach Halloween Metallteile in Süßigkeiten gefunden, die Kinder beim Sammeln bekommen hatten – auch in Rheinland-Pfalz. Verletzt wurde nach bisherigem Stand niemand. Die Polizei ermittelt und rät Eltern, die Beute ihrer Kinder vor dem Essen durchzusehen. Aus dem Kreis Neuwied ist bislang kein Fall bekannt.

Die bestätigten Fälle

Appenheim (Landkreis Mainz-Bingen): Ein Junge fand am Samstagabend ein Bonbon, an dem zwei kleine Magnete von jeweils rund zwei Millimetern Durchmesser befestigt waren. Die Magnete steckten also nicht in der Süßigkeit, sondern klebten außen daran. Aufgefallen war es, weil die Mutter in sozialen Medien von möglichen Manipulationen gehört und ihr Sohn daraufhin seine Beute durchgesehen hatte. Die Polizei ermittelt.

Leinefelde-Worbis (Kreis Eichsfeld, Thüringen): Hier fanden Kinder Metallnadeln in einigen Süßigkeiten. Die Polizei geht davon aus, dass sie absichtlich präpariert wurden, um Verletzungen zu verursachen, und ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung. An welchen Häusern die Süßigkeiten ausgegeben wurden, ist unklar.

Rielasingen-Worblingen (Landkreis Konstanz): In einzeln verpackten Waffelschnitten steckten metallische Gegenstände.

In allen Fällen gibt es bisher keine Tatverdächtigen. Verletzt wurde niemand.

Was Eltern jetzt tun sollten

Sehen Sie die Süßigkeiten durch. Achten Sie auf Verpackungen, die schon einmal geöffnet oder wieder zugeklebt wurden, auf kleine Einstiche und auf Packungen ohne Aufdruck.

Schauen Sie auch außen hin. In Appenheim waren die Magnete außen an der Süßigkeit befestigt, nicht darin versteckt. Alles, was an einem Bonbon klebt oder nicht dahin gehört, gehört in den Müll.

Tasten Sie weiche Sachen ab. Bei Kaubonbons, Riegeln und Waffeln lässt sich ein Fremdkörper oft durch die Verpackung ertasten.

Im Zweifel wegwerfen. Eine einzelne Süßigkeit ist es nicht wert.

Wenn Sie etwas finden

Hier macht es einen Unterschied, wie Sie vorgehen.

Lassen Sie die Süßigkeit in der Verpackung und nehmen Sie den Fremdkörper nicht heraus. Sonst sind mögliche Spuren weg, und die Polizei kann damit wenig anfangen.

Rufen Sie die Polizei an. Für den Kreis Neuwied ist die Polizeidirektion unter 02631 878-0 erreichbar, im Notfall die 110.

Überlegen Sie, woher die Süßigkeit stammt. Je genauer sich der Weg nachvollziehen lässt, desto eher kommen die Ermittlungen voran. In Thüringen scheitert es gerade daran.

Einordnung: Was wir wissen und was nicht

Solche Meldungen tauchen nach Halloween regelmäßig auf, und viele davon stellen sich am Ende als Gerücht heraus. Diese drei Fälle sind anders: Sie stammen aus Polizeimeldungen, die Gegenstände wurden sichergestellt, es wird ermittelt.

Was damit noch nicht gesagt ist: Wer die Sachen hineingetan hat und warum, ist in keinem Fall geklärt. Nur in Thüringen spricht die Polizei bisher ausdrücklich von einer absichtlichen Präparierung.

Und ein Detail aus Appenheim verdient Aufmerksamkeit: Kontrolliert wurde überhaupt nur, weil die Mutter in sozialen Medien von möglichen Manipulationen gehört hatte. Solche Warnungen verbreiten sich in Stunden – hilfreiche genauso wie falsche. Wenn Sie so etwas in einer Elterngruppe geteilt bekommen, schauen Sie nach, ob die Polizei den Fall bestätigt hat, bevor Sie es weiterleiten.

Aus dem Kreis Neuwied und dem Raum Koblenz liegt bislang keine entsprechende Meldung vor.

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