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Nan King in Neuwied schließt: Was am Standort Andernacher Straße wirklich geplant ist

Aus für das Nan King: Der Pachtvertrag läuft aus, in den Räumen an der Andernacher Straße sollen Schulungsräume entstehen.

Neuwied. Nach jahrelangem Betrieb ist Ende August Schluss: Das China-Restaurant "Nan King" in der Andernacher Straße 70 schließt. Der Grund ist kein fehlender Zuspruch, sondern ein Pachtvertrag, der nicht verlängert wurde – das berichten lokale Medien übereinstimmend. In den Räumen sollen künftig Schulungsräume entstehen. Damit ist auch das in der Stadt kursierende Gerücht vom Tisch, das Gebäude werde abgerissen und dort entstünden Wohnungen.

Das Pächter-Ehepaar Lizhong Ge und Xiaoyan Guo hatte das Restaurant vor fünf Jahren von seinem Vorgänger übernommen. In Neuwied habe man sich sehr wohl gefühlt, wird Ge in Medienberichten zitiert – nun müsse man sich wohl an einem anderen Ort umsehen. Ob und wo es für die Familie gastronomisch weitergeht, ist offen.

Vom Möbelhaus zum Bildungsstandort

Der Vermieter will die großzügige Restaurantfläche zu Schulungsräumen umgestalten. Ungewöhnlich ist das an dieser Adresse nicht: In dem Gebäude, in dem früher ein Möbelhaus untergebracht war, gibt es bereits mehrere solcher Räume.

Denn das Nan King liegt nicht in einem freistehenden Haus, sondern im "Seuser-Center", einem Komplex mit zahlreichen Mietern. Unter derselben Adresse sitzen unter anderem ein Fitnessstudio, Arztpraxen, ein Reha-Zentrum, der VdK-Kreisverband, die IG Metall – und das Rheinische Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen der Marienhaus-Gruppe, das dort unter anderem Physiotherapeuten und medizinisches Fachpersonal ausbildet. Der Bildungsträger hatte bereits 2021 im selben Gebäude frei gewordene Mietfläche übernommen und nach rund einem halben Jahr Umbau im Oktober 2023 neue Kursräume eröffnet.

Ein Faktor für das Aus dürfte auch der Zustand der Räume gewesen sein: Der Pächter vermutet, dass größere Sanierungsmaßnahmen nötig gewesen wären, um die Küche auf den aktuellen Stand zu bringen – dieser Aufwand sei gescheut worden.

Was das Gerücht vom Wohnungsbau erklärt

Die zweite Version, die zuletzt die Runde machte – Abriss und Neubau von Wohnungen –, lässt sich damit als Verwechslung erklären. Neuer Wohnraum entsteht tatsächlich in unmittelbarer Nähe: Am Heddesdorfer Berg sollen im Projekt "Obere Mitte" auf acht Bauplätzen rund 150 Wohnungen entstehen, Gesamtinvestition rund 37 Millionen Euro. Die städtische GSG errichtet dort derzeit zwei Gebäude mit 26 barrierefreien Wohnungen für etwa neun Millionen Euro; die Fertigstellung ist für Ende 2026 geplant. Mit dem Seuser-Center und dem Nan King hat das jedoch nichts zu tun.

Für die Stammgäste bleiben damit noch wenige Wochen: Bis Ende August hat das Nan King geöffnet.

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