Neuwied: Zwei Sportboxen aufgestellt – so funktioniert die Ausleihe
Neuwied. Wer spontan kicken, basketballen oder Baseball spielen will, braucht in Neuwied künftig keine eigene Ausrüstung mehr: In den Goethe-Anlagen und im Stadtpark hinter dem Eishaus stehen ab sofort zwei Sportboxen. Geöffnet werden sie per Smartphone, die Ausleihe ist kostenlos.
Was drin ist
Der Blick in eine geöffnete Box zeigt: Das Angebot ist breiter, als man vermuten würde. Auf vier Ebenen liegen unter anderem Basketbälle, Fußbälle, Frisbees, Beachball-Schläger, Springseile und Hütchen bereit. Dazu eine Baseballausrüstung mit Fanghandschuh, außerdem Boccia- oder Boulekugeln und weiteres Kleinmaterial.
Ganz oben im Fach ist die Technik untergebracht – dort sitzt auch ein Desinfektionsmittelspender.
Der Inhalt ist kein Standard: Der Anbieter stattet jede Box passend zum Standort aus. In anderen Städten liegen je nach Schwerpunkt Yogamatten, Badmintonzubehör oder Functional-Fitness-Geräte bereit. Das Equipment einer Box reicht nach Herstellerangaben für Gruppen von bis zu 20 Personen.
Was konkret in einer bestimmten Box liegt, lässt sich in der App nachsehen.
So läuft die Ausleihe
Nötig ist die kostenlose App "SportBox app and move". Der Ablauf:
Registrieren. Einmalig ein Nutzerkonto anlegen. Wichtig: Jeder, der die Geräte nutzt, muss ein eigenes Konto haben.
Zeitfenster buchen. In der App Ort und Zeitraum auswählen. Die Buchung lässt sich für Freunde freigeben, damit alle gemeinsam an denselben Slot kommen.
Box öffnen. Vor Ort per Smartphone entriegeln – das Schloss funktioniert über Bluetooth.
Zurücklegen. Nach Ablauf des Zeitfensters die Geräte zurück in die Box und ordentlich verschließen.
Was man wissen sollte
Die Boxen sind mit einem Kamerasystem ausgestattet und mit der Cloud des Anbieters verbunden. Der Betreiber begründet das damit, Beschädigungen und Entwendungen nachvollziehen zu können.
Das hat eine Konsequenz: Für Diebstahl und Vandalismus haftet derjenige Nutzer, auf dessen Buchung die Box geöffnet wurde. Wer also eine Box für eine Gruppe bucht, sollte darauf achten, dass am Ende alles zurückkommt.
Die Nutzerdaten liegen nach Angaben des Anbieters auf deutschen Servern, die Dienste sind nach eigener Aussage datenschutzkonform.
Wo die Boxen stehen
Goethe-Anlagen und Stadtpark hinter dem Eishaus an der Andernacher Straße.
Eingeweiht wurden sie von Oberbürgermeister Jan Einig gemeinsam mit dem Chef der Staatskanzlei und Sportminister Marcus Klein. Das Land Rheinland-Pfalz hat die Anschaffung gefördert – ein entsprechender Hinweis mit Landeswappen ist auf den Boxen angebracht.
Ein Angebot, das anderswo läuft
Das Konzept ist nicht neu. In Hamm gibt es inzwischen sieben Boxen mit unterschiedlichen Schwerpunkten – von Yoga über Fußball bis Disc-Golf. Auch Hamburg, Karlsruhe, Bonn und Goslar haben Boxen aufgestellt.
Die Idee dahinter: Wer keine eigenen Geräte hat oder sie gerade nicht dabei hat, soll trotzdem loslegen können. Gerade für Jugendliche senkt das die Hürde – man verabredet sich im Park, ohne dass jemand vorher den Ball von zu Hause holen muss.
Alle Informationen unter sportbox.de.