Rheinpegel fällt auf nur noch acht Zentimeter
Neuwied – Der Rhein zieht sich immer weiter zurück! An den Ufern in Neuwied werden große Kies- und Sandflächen sichtbar, während der Pegel weiter fällt. Am Mittwochvormittag zeigte die Messstation Neuwied-Stadt nur noch acht Zentimeter an.
Der extrem niedrige Wert wurde am 15. Juli gegen 11.15 Uhr gemessen. Zum Vergleich: Am Pegel Koblenz wurden zur selben Zeit rund 35 Zentimeter registriert. Der Pegelstand entspricht dabei allerdings nicht der tatsächlichen Wassertiefe. Die Fahrrinne ist weiterhin deutlich tiefer und für die Schifffahrt grundsätzlich befahrbar.
Besonders deutlich ist das Niedrigwasser an den flachen Uferbereichen zu erkennen. In Neuwied, Irlich und entlang des Engerser Feldes treten immer größere Kiesbänke hervor. Stellen, die normalerweise vom Rhein überspült werden, können derzeit teilweise zu Fuß erreicht werden.
Schiffe können weniger Fracht laden
Die niedrigen Wasserstände treffen vor allem die Frachtschifffahrt. Schiffe müssen ihre Ladung reduzieren, damit sie weniger tief im Wasser liegen. Dadurch können sie bei jeder Fahrt deutlich weniger Waren transportieren.
Besonders kritisch ist die Situation weiter südlich an der Engstelle bei Kaub. Dort lag der Pegel am Mittwoch nur noch bei 42 Zentimetern. Nach Angaben aus der Binnenschifffahrt dürfen manche Schiffe deshalb nur noch mit etwa einem Drittel ihrer üblichen Kapazität fahren. Bestimmte Schiffstypen mit besonders großem Tiefgang können einzelne Rheinabschnitte bereits nicht mehr passieren.
Auch die Personenschifffahrt spürt die Folgen. Mehrere Anlegestellen am Mittelrhein können wegen des niedrigen Wasserstands nicht mehr angefahren werden. Betroffen sind unter anderem Haltepunkte in Koblenz, Oberlahnstein, Braubach und Oberwesel.
Kein anhaltender Regen in Sicht
Grund für die niedrigen Pegel sind die anhaltende Trockenheit und fehlende ergiebige Niederschläge. Einzelne Schauer oder Gewitter reichen nicht aus, um den Rhein dauerhaft wieder steigen zu lassen.
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt rechnet nach kurzfristigen Schwankungen mit weiter fallenden Pegelständen. Ohne länger andauernden Regen in den Einzugsgebieten des Rheins dürfte sich die Situation weiter verschärfen.
Für Spaziergänger bieten die freiliegenden Uferflächen derzeit zwar einen ungewöhnlichen Anblick. Dennoch ist Vorsicht geboten:
Der Untergrund kann weich und rutschig sein. Außerdem können sich zwischen Steinen scharfkantige Gegenstände, Scherben oder alte Metallteile befinden. Die Fahrrinne und Bereiche mit Schiffsverkehr sollten keinesfalls betreten oder durchschwommen werden.