Berlin: Schüsse auf 22-Jährigen vor Café in Kreuzberg
Berlin. Im Kreuzberger Graefekiez ist am Freitagabend ein 22-Jähriger niedergeschossen worden. Der Mann saß nach Informationen des "Tagesspiegels" vor einem Café und wurde von mehreren Kugeln getroffen. Er kam ins Krankenhaus, Lebensgefahr besteht nicht. Der Schütze ist flüchtig.
Der Tathergang
Die Schüsse fielen gegen 20.40 Uhr an der Ecke Graefestraße und Böckhstraße. Ein bislang unbekannter Täter feuerte mehrfach auf den jungen Mann, der vor dem Lokal saß.
Rettungskräfte versorgten ihn noch vor Ort und brachten ihn in eine Klinik. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an und sperrte den Bereich ab. Ein Polizeisprecher bestätigte den Fall.
Die Ermittlungen führt die Mordkommission. Die Beamten vernehmen mehrere Zeugen und versuchen, den Fluchtweg des Täters zu rekonstruieren.

Nicht der erste Fall im Viertel
Der Graefekiez kommt nicht zur Ruhe. Im März dieses Jahres schossen zwei Männer auf einen 23-Jährigen, der mit einem Bekannten auf dem Gehweg der Graefestraße unterwegs war. Er wurde schwer verletzt; im Mai wurden vier Tatverdächtige gefasst.
Ebenfalls im Mai eröffneten Täter von einem Motorroller aus das Feuer auf ein besetztes Auto in der Urbanstraße – mitten im Straßenverkehr.
Was die Ermittler vermuten
Ob die Tat in einen größeren Zusammenhang gehört, ist offen. Die Berliner Ermittler führen einen erheblichen Teil der Schießereien der vergangenen Monate auf Konflikte im organisierten Kriminalitätsmilieu zurück – unter anderem auf Erpressergruppen, die von Gewerbetreibenden Schutzgeld fordern.
Zum aktuellen Fall gibt es dazu bislang keine offiziellen Angaben. Zur Identität oder Herkunft des Opfers und des Täters machte die Polizei zunächst keine Angaben.