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Friedrichshof wächst: Stadtrat macht Weg für 6,2 Hektar Industriefläche frei

Die Gewerbeflächen in Neuwied sind fast aufgebraucht. Jetzt hat der Stadtrat einstimmig den Weg für 6,2 Hektar neue Industriefläche am Friedrichshof freigemacht.

Luftaufnahme Gewerbegebiet
Foto: Stadt Neuwied / Rainer Claaßen

Neuwied. Die Gewerbeflächen in Neuwied sind praktisch aufgebraucht – jetzt soll der Friedrichshof erweitert werden. Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, einen Bebauungsplan für ein erstes Teilstück von 6,2 Hektar aufzustellen. Ein Vorteil dabei: Alle Grundstücke gehören bereits der Stadt.

Worum es geht

Der Bebauungsplan trägt den Namen "Erweiterung des Gewerbe- und Industriegebietes Friedrichshof westlich der August-Horch-Straße".

Das Gebiet schließt unmittelbar an den bestehenden Friedrichshof an und lässt sich an die vorhandene Erschließung anbinden. Über B 42 und B 256 am Neuwieder Kreuz bestehen kurze Verbindungen zur A 48 und zur A 3.

Warum die Stadt handelt

Gemeinsam mit dem Distelfeld bildet der Friedrichshof den gewerblich-industriellen Schwerpunkt Neuwieds. Beide Standorte sind allerdings nahezu komplett belegt.

"Wer Unternehmen in Neuwied halten und neue gewinnen will, muss ihnen auch etwas anbieten können", sagt Oberbürgermeister Jan Einig. Es gebe konkrete Anfragen und bestehende Betriebe, die sich weiterentwickeln wollten – bei gleichzeitig sehr begrenzten Flächen.

Deutlicher wird er an anderer Stelle: "Wir wollen nicht erleben, dass erfolgreiche Betriebe unsere Stadt verlassen müssen, weil ihnen hier die notwendigen Erweiterungsflächen fehlen."

Der Vorteil des Eigentums

Dass sämtliche Grundstücke im Plangebiet bereits der Stadt gehören, ist mehr als ein Detail.

Kommunen scheitern bei solchen Vorhaben häufig daran, dass sie erst Flächen ankaufen müssen – was Jahre dauern kann und den Preis treibt, sobald Verkäufer von den Plänen erfahren.

In diesem Fall kann die Stadt die Entwicklung selbst steuern und entscheiden, wer sich dort ansiedelt.

Was die Stadt davon hat

Neue Betriebe bedeuten Arbeitsplätze und zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen. Und die sind für eine Kommune die wichtigste eigene Einnahmequelle.

"Wirtschaftliche Stärke ist kein Selbstzweck", sagt Einig. "Eine Stadt braucht eine solide wirtschaftliche Basis, wenn sie dauerhaft gestalten und investieren will."

Genannt werden als mögliche Verwendungszwecke Bildung und Betreuung, Sport, Infrastruktur sowie Innenstadt und Stadtteile.

Wie es weitergeht

Mit dem Aufstellungsbeschluss beginnt das eigentliche Verfahren. Beteiligt werden nun die Öffentlichkeit, Behörden, sonstige Träger öffentlicher Belange und die Nachbarkommunen.

Parallel entstehen Fachgutachten – insbesondere zu Natur- und Artenschutz sowie zum Schallschutz. Auch Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen müssen festgelegt werden. Als mögliche Ausgleichsflächen prüft die Stadt unter anderem Areale im Engerser Feld.

Gebaut wird damit noch nicht. Bis zum Satzungsbeschluss und der tatsächlichen Erschließung vergehen bei solchen Verfahren in der Regel mehrere Jahre.

Nur der Anfang

Die 6,2 Hektar sind ausdrücklich als erster Baustein gedacht.

"Wenn wir wollen, dass Neuwied auch in zehn oder 20 Jahren ein starker Industrie- und Gewerbestandort ist, müssen wir heute die Voraussetzungen dafür schaffen", sagt Einig.

Weitere Abschnitte dürften also folgen.

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