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Jens Spahn tritt als Unions-Fraktionschef zurück

Jens Spahn tritt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurück. Als Grund nennt er die Debatte um seine Vaterschaft per Leihmutter.

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Jens Spahn
Foto: Deutscher Bundestag / Tobias Koch

Berlin. Jens Spahn (CDU) tritt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurück. Das geht aus einem Schreiben hervor, das Spahn am Freitag, 18. Juli 2026, an die Mitglieder der Unionsfraktion richtete und das NeuwiedFM vorliegt. Er habe die Parteivorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, über den Schritt informiert.

Als Grund nennt Spahn seine private Entscheidung, mit seinem Mann eine Familie zu gründen und über eine Leihmutter Vater zu werden. Diese sei "nicht vereinbar" mit seinem politischen Amt: Der Spagat zwischen der privaten Entscheidung und der Erwartung an ihn als Fraktionsvorsitzenden sei "größer geworden", als er es erwartet habe. "Meine Familie ist mir das Wichtigste", schreibt Spahn.

Zugleich mahnt der scheidende Fraktionschef mit Blick auf die Debatte der vergangenen Tage einen respektvollen Umgang an. Die "zunehmende Unerbittlichkeit in der öffentlichen Auseinandersetzung" habe ihn nachdenklich gemacht; man solle bei aller Klarheit in der Sache "menschlich im Ton bleiben".

Spahn dankte Merz und Söder für ihr Vertrauen sowie dem Fraktionsvorstand und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Matthias Miersch für die Zusammenarbeit, die ein "Stabilitätsanker für die Koalition" gewesen sei. Er stand rund 14 Monate an der Spitze der Fraktion.

Der Rücktritt beendet eine tagelange Debatte um die Leihmutterschaft, die in Deutschland verboten ist und deren Verbot die CDU auf ihrem Parteitag im Februar bekräftigt hatte. Zuvor hatten mehrere CDU-Politiker, Vertreter von FDP und Grünen sowie Kirchenvertreter Spahns Rücktritt gefordert.

Ein ausführlicher Bericht folgt.

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