Koblenz: Weltkriegsmunition gesprengt – Sperrzonen wieder aufgehoben
Koblenz. Die beiden im Rhein gefundenen Kampfmittel sind beseitigt. Der Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz sprengte am Dienstagmorgen sowohl die Bazooka-Rakete in Wallersheim als auch eine Gewehrgranate in Pfaffendorf kontrolliert. Beide Aktionen verliefen ohne Zwischenfälle, die Sperrzonen wurden anschließend aufgehoben.
Zwei Funde binnen zwei Tagen
Die Bazooka-Rakete war am Freitagnachmittag am Rheinufer im Stadtteil Wallersheim entdeckt worden – freigelegt durch das Rekord-Niedrigwasser. Über den Fund hatten wir bereits berichtet.
Nur einen Tag später kam ein zweiter Fund hinzu: Am Samstagabend entdeckten Passanten im Uferbereich des Stadtteils Pfaffendorf eine Gewehrgranate. Auch bei ihr bestätigte der Kampfmittelräumdienst die Echtheit.
Beide Kampfmittel wurden bis zur Sprengung rund um die Uhr von Mitarbeitern des Koblenzer Ordnungsamts bewacht.
Evakuierung am frühen Morgen
Nach einer Lagebesprechung der Sicherheitsbehörden am Montag stand fest: Beide Sprengkörper sollten kontrolliert gesprengt werden.
In Wallersheim mussten Anwohner den Bereich im Umkreis von rund 100 Metern bis spätestens 8 Uhr verlassen. Ab dann kontrollierte das Ordnungsamt, ob sich noch Personen im Sperrbereich aufhielten – erst danach durfte der Kampfmittelräumdienst beginnen.
Anschließend folgte Pfaffendorf, dort war die Räumung bis 10 Uhr abgeschlossen. Während der Sprengungen wurden jeweils kurzzeitig der Luftraum und der Rhein gesperrt.
Die betroffenen Anwohner waren zuvor über Handzettel informiert worden.
Alles wieder normal
Nach den Sprengungen konnten die Sicherheitsmaßnahmen beendet und die Sperrzonen aufgehoben werden. Verletzt wurde niemand.
Es dürfte nicht der letzte Fund bleiben
Beide Funde sind eine direkte Folge des extremen Niedrigwassers. Wo das Wasser zurückweicht, kommen Uferbereiche zum Vorschein, die sonst meterhoch überspült sind – und mit ihnen Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg.
Solange die Pegelstände so niedrig bleiben, ist mit weiteren Funden zu rechnen. Wer einen verdächtigen Gegenstand entdeckt, sollte ihn keinesfalls berühren, bewegen oder mitnehmen, sondern Abstand halten und die Polizei über den Notruf 110 verständigen.
Koblenz hat mit solchen Funden Erfahrung: 2011 legte Niedrigwasser eine britische Luftmine frei. Für deren Entschärfung mussten rund 45.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen – die größte Evakuierung der Stadt seit dem Krieg.