Lange Nacht der Demokratie: Jung und Alt diskutieren in der Neuwieder vhs
Neuwied. Ältere und junge Neuwiederinnen und Neuwieder haben in der Volkshochschule „Die Brücke“ über Demokratie und Mitbestimmung diskutiert. Die vhs beteiligte sich zum zweiten Mal an der Langen Nacht der Demokratie, die der Verband der Volkshochschulen Rheinland-Pfalz jährlich ausrichtet. Unter dem Motto „Zwischen Schutz und Stimme – Dialog der Generationen“ war der Amalie-Raiffeisen-Saal nach Angaben der Stadt gut gefüllt.
Podiumsdiskussion mit Fragen aus dem Publikum
Kern des Abends war eine Podiumsdiskussion, moderiert von Jannis Grabe. Auf dem Podium saßen Bürgermeister Peter Jung, Werner-Andreas Fortuna-Kaltenborn vom Seniorenbeirat und ein Aktivist aus Berlin. Diskutiert wurde vor allem über Fragen und Anregungen, die das Publikum eingereicht hatte.
Fortuna-Kaltenborn eröffnete mit einem Impulsvortrag über die Sicht seiner Generation auf die Demokratie und ihre aktuellen Herausforderungen. Danach schilderte eine 17-jährige Schülerin die Perspektive junger Menschen.
Die Gemeinsamkeiten überwogen: Beide Generationen wünschten sich, dass es keinen Krieg gibt, und eine starke, wertebasierte Demokratie, in der alle Menschen unabhängig vom Alter mitbestimmen können.
Streitpunkt Wahlrecht ab 16
Uneins waren Jung und Alt bei der Frage, ob schon 16-Jährige wählen sollten oder erst 18-Jährige. Einig war man sich, dass junge Menschen an politischen Entscheidungen beteiligt werden sollten, besonders in ihrer eigenen Stadt.
Zur Einordnung: In Rheinland-Pfalz dürfen Jugendliche ab 16 Jahren bereits bei Kommunalwahlen abstimmen, auch bei der Europawahl gilt das Wahlalter 16. Für Landtags- und Bundestagswahlen liegt es weiterhin bei 18 Jahren.
Jugendbeteiligung in Neuwied: Jugendbeirat seit mehr als 25 Jahren
Sonja Jensen, Koordinatorin der Kinderfreundlichen Kommune, stellte Maßnahmen aus dem städtischen Aktionsplan vor. Nach ihren Angaben ist ein großer Teil davon bereits umgesetzt.
Eine zentrale Rolle spielt der Neuwieder Jugendbeirat, über den junge Menschen seit mehr als 25 Jahren in Gremien und Verwaltungsentscheidungen eingebunden sind. Auf seine Initiative gehen laut Stadt unter anderem das Jugendzentrum Big House sowie der Skatepark und der Streetball-Platz im Stadtpark hinter dem Icehouse zurück.
Schulclub, Seniorenbeirat und Fotoausstellung
Der Schulclub „Löwen mit Courage“ der IGS Johanna Loewenherz, der sich gegen Ausgrenzung und Rassismus engagiert, war ebenfalls beteiligt. Der Seniorenbeirat informierte an einem eigenen Stand über seine Projekte, darunter das Generationenkino und den Bürgerbus.
Ulrike Beuttler von den GemeindeschwesternPlus aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm zeigte die Fotoausstellung „Altersleuchten“. Die Porträts älterer Menschen sollen dem Bild entgegenwirken, Alter bedeute vor allem Krankheit und Schwäche.
Musik kam von der Musikschule Neuwied unter Leitung von Martin Geiger. Der Offene Kanal OK4 sammelte Stimmen von Teilnehmenden und zeigte sie zum Abschluss als Videocollage.
Bürgermeister Jung zog eine positive Bilanz: „Demokratie lebt von Menschen, die sich einbringen, zuhören, diskutieren und Verantwortung übernehmen.“
Mitmachen in Jugend- und Seniorenbeirat
Wer sich in Neuwied einbringen möchte, kann sich über Jugendbeirat, Seniorenbeirat und die Kinderfreundliche Kommune bei der Stadtverwaltung Neuwied informieren, etwa auf der städtischen Internetseite neuwied.de.
