Lkw auf A3 umgekippt: Polizei setzt Hubschrauber wegen Verkehrschaos ein
Urbach/Linkenbach. Ein schwerer Lkw-Unfall hat am Freitagmorgen (23. Oktober 2026) auf der Autobahn 3 in Fahrtrichtung Frankfurt für erhebliche Verkehrsbehinderungen gesorgt. Gegen 6.36 Uhr wurde die Autobahnpolizei Montabaur über einen umgekippten Sattelzug mit Siloanhänger bei Kilometer 60,5 im Bereich Urbach/Linkenbach informiert.
Das Fahrzeug lag quer über dem rechten und mittleren Fahrstreifen und ragte bis in den angrenzenden Grünstreifen. Der 30-jährige Fahrer konnte den Lkw eigenständig verlassen und blieb nach ersten Erkenntnissen unverletzt.
Gefahrgutkennzeichnung sorgt für Aufmerksamkeit
Da an dem Sattelzug aus dem Zulassungsbezirk Recklinghausen eine Gefahrguttafel angebracht war, musste zunächst von einer möglichen Gefahrgutlage ausgegangen werden.
Nach Angaben des Fahrers war der Siloanhänger vollständig mit Ethersulfat beladen. Dabei handelt es sich um eine biologisch abbaubare Waschsubstanz, von der laut Polizei grundsätzlich keine Gefahr für Menschen oder Umwelt ausgehe.
Der Behälter blieb augenscheinlich unbeschädigt. Flüssigkeit trat nach bisherigen Erkenntnissen nicht aus. Dennoch war die Feuerwehr mit einem Gefahrstoffzug im Einsatz.
Massive Staus und chaotische Szenen vor Anschlussstelle Neuwied
Für die aufwendige Bergung und Aufrichtung des umgekippten Sattelzuges musste die A3 in Richtung Frankfurt zeitweise vollständig gesperrt werden. Zwischenzeitlich konnte der Verkehr lediglich über den linken Fahrstreifen an der Unfallstelle vorbeigeführt werden.
Die Einschränkungen führten zu erheblichen Rückstaus. Besonders im Bereich vor der Anschlussstelle Neuwied kam es laut Polizei zu teilweise chaotischen Verkehrssituationen.
Nach Angaben von Verkehrsteilnehmern sollen Autofahrer auf dem Weg zur Abfahrt eigenmächtig eine vierte und fünfte Fahrspur gebildet haben.
Polizeihubschrauber soll Verkehrsverstöße dokumentieren
Aufgrund der gemeldeten Verkehrsverstöße forderte die Polizei die Polizeihubschrauberstaffel Rheinland-Pfalz an. Aus der Luft sollten die gefährlichen Fahrmanöver möglichst beweissicher dokumentiert werden.
Die Aufnahmen könnten im Nachgang zur Verfolgung und Ahndung entsprechender Verstöße genutzt werden. Auch mögliche Behinderungen bei der Bildung einer Rettungsgasse standen im Fokus der Einsatzkräfte.
Schaden im sechsstelligen Bereich
Der entstandene Gesamtschaden wird von der Polizei auf einen Betrag im unteren sechsstelligen Bereich geschätzt. Sowohl die Zugmaschine als auch der Siloauflieger erlitten einen wirtschaftlichen Totalschaden. Zusätzlich wurden die Fahrbahn und der angrenzende Seitenbereich beschädigt.
Neben der Autobahnpolizei Montabaur waren die Feuerwehr mit dem Gefahrstoffzug, die Autobahnmeisterei sowie ein Abschleppunternehmen im Einsatz.
Die Ursache des Unfalls geht aus der bisherigen Polizeimeldung nicht hervor.
Quelle: Verkehrsdirektion Koblenz / Polizeiautobahnstation Montabaur, 23. Oktober 2026.