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Mehr als 560 Brandeinsätze in zwei Tagen: Wald- und Vegetationsbrände fordern Rheinland-Pfalz

Mehr als 560 Brandeinsätze innerhalb von zwei Tagen, zahlreiche Vegetationsbrände und zeitweise drei Polizeihubschrauber: Das Wochenende hat die Einsatzkräfte in Rheinland-Pfalz stark gefordert.

Dramatischer Waldbrand, der unter einem rauchverhangenen Himmel die Waldvegetation verschlingt.
Foto: Özgür Sürmeli / Pexels

Rheinland-Pfalz. Zahlreiche Wald- und Vegetationsbrände haben die Feuerwehren und Katastrophenschutzeinheiten in Rheinland-Pfalz am Wochenende stark beschäftigt. Nach Angaben des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz (LfBK) wurden allein am Freitag und Samstag rund 900 Einsätze des Brand- und Katastrophenschutzes registriert. Mehr als 560 davon waren Brandeinsätze unterschiedlicher Größe.

Besonders herausfordernd waren unter anderem größere Brände in Bengel im Landkreis Bernkastel-Wittlich, Langscheid im Landkreis Mayen-Koblenz sowie Büchel im Landkreis Cochem-Zell.

Überörtliche Kräfte und Polizeihubschrauber im Einsatz

Das Lagezentrum des LfBK unterstützte die Einsatzleitungen vor Ort und koordinierte überörtliche Verstärkungskräfte. So wurden unter anderem Einheiten aus dem Westerwald in die Vordereifel sowie Kräfte aus Kaiserslautern nach Büchel verlegt.

Zeitweise waren bis zu drei Polizeihubschrauber zur Unterstützung der Brandbekämpfung eingesetzt. Zusätzlich wurden spezielle Waldbrandzüge des Landes sowie die Landesfacheinheit Presse- und Medienarbeit über das Lagezentrum koordiniert.

Bei größeren und dynamischen Einsatzlagen entsendet das Landesamt außerdem Verbindungsbeamte direkt an die Einsatzstellen. Sie sollen dort die Kommunikation zwischen den beteiligten Stellen unterstützen und Fachberatung sowie Führungsunterstützung leisten.

Rauch sorgt für außergewöhnlich viele Notrufe

Neben den eigentlichen Bränden wurde am Samstag vor allem die massive Ausbreitung von Brandrauch zum Problem. Dabei stammte der Rauch nicht ausschließlich von Bränden innerhalb von Rheinland-Pfalz, sondern auch von größeren Feuerlagen in Nordrhein-Westfalen und Belgien.

Besonders stark betroffen war der Norden des Landes.

Wie außergewöhnlich die Situation war, zeigt sich an den Zahlen der Leitstelle Trier: Innerhalb von nur fünf Stunden gingen dort rund 1.100 Notrufe ein. Normalerweise verzeichnet die Leitstelle nach Angaben des LfBK lediglich etwa 300 bis 400 Notrufe an einem gesamten Tag.

Das Lagezentrum Bevölkerungsschutz veröffentlichte deshalb zunächst für die Regionen Trier und Koblenz eine Gefahreninformation. Im weiteren Verlauf wurde diese auf ganz Rheinland-Pfalz ausgeweitet.

Zentrale Koordinierungsstelle aktiviert

Aufgrund der Vielzahl gleichzeitig laufender Einsatzstellen und Anfragen wurde das Lagezentrum sowohl am Freitag als auch am Samstag personell verstärkt. Zusätzlich richtete das Landesamt eine zentrale Koordinierungsstelle ein.

Während am Freitag vor allem die Verteilung und Koordination überörtlicher Kräfte zur direkten Brandbekämpfung im Mittelpunkt stand, verlagerte sich der Schwerpunkt am Samstagnachmittag zunehmend auf die großflächige Rauchentwicklung.

LfBK-Präsident René Schubert betonte, dass Wald- und Vegetationsbrände aufgrund ihrer hohen Dynamik schnelle Entscheidungen, flexible Ressourcen und eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen erforderten. Entscheidend sei die Vernetzung von Landesbehörden, kommunalen Einsatzkräften und weiteren unterstützenden Strukturen.

Nachlöscharbeiten dauern an

Auch am Sonntag sind die Folgen des brandintensiven Wochenendes noch nicht vorbei. Bei mehreren größeren Bränden in Rheinland-Pfalz laufen weiterhin aufwendige Nachlöscharbeiten.

Zudem rechnet das Landesamt damit, dass Brandrauch aus Nordrhein-Westfalen und Belgien auch am Sonntag erneut in Teilen von Rheinland-Pfalz wahrnehmbar sein wird.

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