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Oberhausen: Mann bedroht Jugendliche im Zug mit Messer – Fahrgast greift ein

Zivilcourage im Regionalexpress: Als ein 55-Jähriger Jugendliche mit einem Messer bedrohte, griffen Mitreisende ein – einer entriss ihm die Waffe.

Roter Zug auf erhöhten Gleisen in Hamburg mit Gebäuden und Herbstlaub.
Foto: Sascha Weber / Pexels

Oberhausen. In einem Regionalexpress nach Dortmund hat ein 55-Jähriger eine Gruppe Jugendlicher mit einem Messer bedroht. Ein Mitreisender entriss ihm die Waffe, ein anderer Fahrgast setzte Pfefferspray ein. Am Oberhausener Hauptbahnhof nahm die Bundespolizei den Mann fest. Verletzt wurde niemand.

Aus einem Streit wird eine Bedrohung

Der Vorfall ereignete sich am Freitag, 7. August, gegen 23.30 Uhr im RE 3 in Richtung Dortmund Hauptbahnhof. Das teilte die Bundespolizei auf Anfrage von NeuwiedFM mit.

Nach ersten Ermittlungen kam es zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem 55-jährigen Tatverdächtigen und einer Gruppe Jugendlicher. Im weiteren Verlauf zog der Mann ein Messer hervor und bedrohte die Jugendlichen damit.

Daraufhin setzte eine bislang unbekannte Person aus der Gruppe Pfefferspray gegen ihn ein. Der 55-Jährige erlitt dadurch Augen- und Atemwegsreizungen.

Fahrgast entwaffnet den Angreifer

In dieser Situation griff ein weiterer Reisender ein: Ein 50-Jähriger nutzte die Gelegenheit und entriss dem Tatverdächtigen das Messer.

Als der Zug in den Oberhausener Hauptbahnhof einfuhr, nahmen Beamte der Bundespolizei und der Landespolizei den Mann fest.

Keine Verletzten

Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Einige Reisende klagten über Atemwegsreizungen durch das Pfefferspray, weshalb mehrere Rettungswagen alarmiert wurden. Eine ärztliche Behandlung war am Ende bei niemandem nötig.

Der Tatverdächtige verhielt sich im Verlauf der weiteren Maßnahmen psychisch auffällig. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er in eine psychiatrische Einrichtung gebracht.

Ermittlungen laufen

Die Bundespolizei hat gegen den 55-Jährigen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet – wegen des Verdachts der Bedrohung und Nötigung sowie wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz. Die Ermittlungen dauern an.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich nach Angaben der Bundespolizei um einen deutschen Staatsangehörigen. Der Mann, der ihm das Messer entriss, ist togolesischer Staatsangehöriger.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

Korrekturhinweis In einer früheren Fassung dieses Artikels war der Reisende, der dem Tatverdächtigen das Messer abnahm, als kongolesischer Staatsangehöriger bezeichnet worden. Tatsächlich handelt es sich um einen togolesischen Staatsangehörigen. Die Bundespolizei hatte ihre Angabe nachträglich korrigiert. Wir haben den Text entsprechend angepasst.
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