Schweres Zugunglück in Spanien: Hochgeschwindigkeitszüge kollidiert, viele Tote
Toledo. Auf der Schnellfahrstrecke zwischen Madrid und Sevilla sind am Mittwochmorgen zwei Hochgeschwindigkeitszüge zusammengestoßen. Mehrere Wagen stürzten eine Böschung hinab. Die Zahl der Todesopfer steigt seit Stunden; spanische Rettungsdienste sprechen von mehreren Dutzend Toten. In beiden Zügen saßen nach Medienangaben rund 580 Menschen.
Was bekannt ist
Der Unfall ereignete sich um 8.54 Uhr nahe Urda in der Provinz Toledo, rund 100 Kilometer südlich von Madrid.
Nach Angaben des spanischen Verkehrsministeriums deutet alles darauf hin, dass ein Zug der staatlichen Renfe auf einen Zug des privaten Anbieters Iryo auffuhr. Beide waren in Richtung Andalusien unterwegs.
Mindestens zwei Wagen entgleisten, mehrere stürzten neben der Strecke einen Abhang hinunter.
Die Opferzahlen
Hier ist Vorsicht geboten: Die Angaben ändern sich im Stundentakt und stammen aus verschiedenen Stellen.
Die spanische Regierung bestätigte zunächst mindestens zehn Tote. Der Rettungsdienst der Region Kastilien-La Mancha sprach am Vormittag von mindestens 39 Toten, der Zivilschutz nannte noch höhere Zahlen. Eine offizielle Gesamtbilanz liegt nicht vor.
Auch die Zahl der Verletzten ist offen. Der Bürgermeister von Urda bestätigte Verletzte, ohne Zahlen zu nennen.
Ob Deutsche betroffen sind, ist bislang nicht bekannt.
Der Rettungseinsatz
Im Einsatz sind Feuerwehren aus der Region, der Zivilschutz mehrerer Orte, drei Rettungshubschrauber und Intensivfahrzeuge. Die Regionalregierung forderte die Katastrophenschutzeinheit der Armee an. Aus Madrid wurden acht Feuerwehreinheiten und acht Rettungsmittel entsandt.
Im Madrider Bahnhof Atocha wurde eine Anlaufstelle für Angehörige eingerichtet.
Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sich bestürzt. Mehrere Parteien sagten Wahlkampftermine ab.
Für Reisende und Angehörige
Die Strecke ist zwischen Mora y Orgaz und Urda komplett gesperrt. Der Bahnverkehr zwischen Madrid und Andalusien ruht in beiden Richtungen.
Renfe bietet betroffenen Fahrgästen kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an.
Für Angehörige hat Spanien eine Hotline geschaltet: 900 101 020. Sie ist aus Spanien kostenfrei erreichbar.
Wer Angehörige in Spanien vermutet und keine Verbindung bekommt, kann sich außerdem an das Auswärtige Amt wenden. Der Bürgerservice ist unter 030 18 17 2000 erreichbar.
Zur Ursache
Die Ursache ist ungeklärt. In spanischen Medien wird über ein überfahrenes Haltesignal spekuliert – bestätigt ist das nicht. Die Infrastrukturgesellschaft Adif hat sich zur Ursache nicht geäußert.
Diese Meldung wird aktualisiert. Die Angaben zu Opferzahlen stammen aus laufender Berichterstattung und können sich ändern.