Sieben Millionen für den Hochwasserschutz: Gladbach bekommt unterirdisches Rückhaltebecken
Neuwied. Zwischen Sportplatz und Landstraße 260 entsteht in Gladbach ein neues Regenrückhaltebecken – unterirdisch, mit einem Fassungsvermögen von 7.000 Kubikmetern. Mindestens sieben Millionen Euro investieren die Servicebetriebe Neuwied. Der Sportbetrieb läuft während der Bauzeit weiter.
Was gebaut wird
Das Becken entsteht zwischen dem Sportplatz, dem Beachvolleyballfeld und der L 260. Es verschwindet vollständig unter der Erde.
7.000 Kubikmeter fasst es. Statistisch reicht das für ein Starkregenereignis, wie es im Durchschnitt einmal in dreißig Jahren vorkommt.
Damit geht Neuwied über die Vorgaben hinaus: Die DIN-Norm verlangt lediglich, Regenfälle aufzufangen, wie sie rückblickend alle zehn Jahre auftraten.
"Extremwetter werden häufiger und stärker, das ist Fakt. Bei der Planung solcher Anlagen ist darum Weitsicht gefragt", sagt Stefan Herschbach, Vorstand der Servicebetriebe.
Warum es nötig ist
Den Anlass liefert ein Ereignis, das in Heimbach-Weis niemand vergessen hat.
In einer Juninacht 2023 drohte dort das Regenrückhaltebecken Im Bitzen zu brechen – noch bevor es fertiggestellt war. Feuerwehr und THW waren im Einsatz, um Schlimmeres zu verhindern.
Die Nacht machte deutlich, dass das alte Becken den heutigen Wetterlagen nicht mehr gewachsen war. Berechnungen ergaben, dass auch in Gladbach und Heimbach größere Anlagen nötig sind.
Der Sportbetrieb läuft weiter
Eine gute Nachricht für die Vereine: Training und Spielbetrieb sind auf beiden Feldern uneingeschränkt möglich.
Die Lage der Baustelle zwischen Sportplatz, Beachvolleyballfeld und Landstraße erlaubt es, ohne erhebliche Belastung für Anlieger und Verkehr zu arbeiten.
Was die Stadt sagt
"Starkregen können wir nicht verhindern. Aber wir können uns bestmöglich darauf vorbereiten", sagt Oberbürgermeister Jan Einig.
Dazu gehöre neben der privaten Vorsorge ein kontinuierlicher Ausbau der Infrastruktur – über- wie unterirdisch.
Was Sie selbst tun können
Der Hinweis auf private Vorsorge ist ernst gemeint. Ein Rückhaltebecken schützt vor überlasteten Kanälen – nicht vor Wasser, das direkt ins Haus läuft.
Sinnvoll sind Rückstauklappen im Keller, freie Abläufe auf Grundstück und Straße sowie die Kenntnis darüber, wo im eigenen Haus das Wasser eindringen könnte.
Die Starkregen-Gefahrenkarten des Landes Rheinland-Pfalz zeigen für jedes Grundstück, wo bei Extremregen Wasser zusammenläuft. Sie sind online frei einsehbar.