Schatten für die Kleinsten: Alle elf Neuwieder Kitas bekommen Sonnenschutz
Neuwied. Nach einem Sommer mit Hitzerekorden und wochenlanger Trockenheit hat die Stadt Neuwied reagiert: Alle elf städtischen Kindertagesstätten haben zusätzlichen Sonnenschutz erhalten. Sonnensegel, Markisen, Pergolen und Schirme sollen dafür sorgen, dass die Außengelände auch an heißen Tagen nutzbar bleiben. Kosten: rund 450.000 Euro.
Was gemacht wurde
Die Lösungen unterscheiden sich von Kita zu Kita. Zum Einsatz kommen Sonnensegel, Markisen, Pergolen und verschiedene Arten von Sonnenschirmen.
Welche Variante wo passt, wurde einzeln geprüft. Gemeinsam mit einer Architektin ermittelte die Stadt den Bedarf und bezog die Wünsche der Einrichtungen ein.
Warum es nicht überall dasselbe sein konnte
Neben der Sonneneinstrahlung spielten praktische Fragen eine Rolle – und die sind komplizierter, als man denkt.
Fluchtwege müssen frei bleiben. Und rund um Spielgeräte gelten vorgeschriebene Fallräume: Flächen, die frei von Hindernissen sein müssen, damit sich Kinder beim Sturz nicht verletzen. Ein Pfosten am falschen Ort wäre dort ein Sicherheitsrisiko.
"Bei elf Kitas mit ganz unterschiedlichen Außengeländen gibt es nicht die eine Lösung, die überall passt", sagt Klimaschutzmanagerin Julia Frimmersdorf. Man habe genau geschaut, wo zusätzlicher Schatten gebraucht werde und welche Form sich dort integrieren lasse.
Was es gekostet hat
Rund 450.000 Euro hat die Stadt investiert.
250.000 Euro davon stammen aus dem Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation des Landes, kurz KIPKI. Es unterstützt Kommunen bei Investitionen in Klimaschutz und Klimaanpassung.
Der Sonnenschutz ist eines von neun Teilprojekten, die Neuwied im Rahmen dieses Programms umsetzt.
Der Hintergrund
Beigeordneter Ralf Seemann verweist auf die Entwicklung der vergangenen Jahre: Man verbessere die Bedingungen auf den Außengeländen und reagiere zugleich darauf, dass heiße und sonnenreiche Tage "auch für unsere Kitas zunehmend eine Herausforderung darstellen".
Das ist keine abstrakte Sorge. Der Sommer 2026 brachte fünf zu trockene Monate in Folge, mehrere Waldbrände in der Region und Temperaturen, bei denen Aufenthalt im Freien für kleine Kinder problematisch wird.
Kinder sind hitzeempfindlicher als Erwachsene: Ihre Körperoberfläche ist im Verhältnis zum Gewicht größer, sie schwitzen weniger effektiv und melden Durst oft zu spät.
Schatten auf dem Außengelände ist damit mehr als Komfort – er entscheidet mit darüber, ob Kinder an heißen Tagen überhaupt nach draußen können.