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Anschlag auf Umspannwerk: Ziel war offenbar ein großflächiger Stromausfall

An einem Umspannwerk bei Jänschwalde wurden Sprengvorrichtungen gefunden. Das Ziel war offenbar ein großflächiger Stromausfall. Das LKA ermittelt.

Hochspannungsumspannwerk in ländlicher Umgebung mit Warnschild.
Foto: Rafael Y. / Pexels

Turnow-Preilack. An einem Umspannwerk in Brandenburg sind mehrere Sprengvorrichtungen gefunden worden. Nach Informationen der "Märkischen Allgemeinen" sollte damit offenbar ein großflächiger Stromausfall ausgelöst werden. Das Landeskriminalamt ermittelt, die Polizei nimmt den Vorfall nach eigenen Angaben "sehr ernst". Die Stromversorgung ist inzwischen wieder gesichert.

Was gefunden wurde

Gegen 8 Uhr am Dienstagmorgen wurde am Umspannwerk Turnow-Preilack im Landkreis Spree-Neiße eine mögliche Sachbeschädigung an einer Leitung festgestellt.

Eine Polizeisprecherin sprach von "unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen". Das ist der Fachbegriff für selbstgebaute Sprengsätze.

"Spuren werden gesichert. Entschärfer sind vor Ort", teilte die Sprecherin mit. Auswirkungen auf die Bevölkerung gebe es nicht.

Die Ermittlungen hat das Landeskriminalamt Brandenburg übernommen – ein Hinweis darauf, dass die Behörden von einem erheblichen Fall ausgehen.

Das mutmaßliche Ziel

Die "Märkische Allgemeine" berichtet unter Berufung auf Sicherheits- und Unternehmenskreise, Einsatzkräfte hätten vor Ort mehrere Vorrichtungen gefunden und entschärft. Der Zeitung liege ein Foto vor, das eine solche Vorrichtung unklarer Bauart zeigen soll.

Das Umspannwerk sei demnach mehr als einmal getroffen worden.

Das mutmaßliche Ziel: ein großflächiger Stromausfall am Block E des Kraftwerks Jänschwalde.

Ein Widerspruch

In einem Punkt widersprach die Polizei den Berichten deutlich.

Die Zeitung hatte von Vorrichtungen für "mit Sprengstoff bestückte Raketen" geschrieben. Dazu erklärte die Sprecherin knapp: "Wir reden hier nicht von Raketen."

Um was für Konstruktionen es sich handelt, ist damit weiterhin offen.

Die Betreiber melden Entwarnung

Der Netzbetreiber 50Hertz bestätigte eine "vermeintliche Sachbeschädigung". Es habe eine kurzzeitige Leitungsunterbrechung gegeben – inzwischen seien alle Leitungen wieder in Betrieb. Die allgemeine Stromversorgung sei nicht beeinträchtigt.

Ein Sprecher des Kraftwerksbetreibers LEAG teilte mit, es habe keine Verletzten gegeben.

Warum der Ort so bedeutsam ist

Das Kraftwerk Jänschwalde ist eines der größten Braunkohlekraftwerke Deutschlands. Es verfügt über eine installierte Leistung von 3.000 Megawatt, verteilt auf sechs Blöcke.

Bei voller Auslastung verbrennt es rund 80.000 Tonnen Braunkohle am Tag und erzeugt jährlich etwa 22 Milliarden Kilowattstunden Strom.

Umspannwerke sind die Knotenpunkte, über die dieser Strom ins Netz gelangt. Wer sie trifft, kann ein Kraftwerk vom Netz nehmen, ohne das Kraftwerk selbst anzugreifen.

Nicht der erste Fall

Der Vorfall reiht sich in eine Serie ein, die die Sicherheitsbehörden seit Monaten beschäftigt.

Im Januar legte ein Brandsatz unter einer Kabelbrücke in Berlin-Lichterfelde über ein Dutzend Hoch- und Mittelspannungskabel lahm – es war der schwerste Stromausfall in der Hauptstadt seit dem Zweiten Weltkrieg.

Anfang August wurde am Flughafen Leipzig/Halle eine Drohne mit Sprengstoff gefunden; der Generalbundesanwalt ermittelt.

Und im Juni warnten das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und der Verfassungsschutz gemeinsam davor, dass russische Akteure ungeschützte Anlagen im Energiesektor auskundschaften – als mögliche Vorbereitung späterer Angriffe.

Ob es Verbindungen zwischen diesen Fällen gibt, ist offen. Zu Tätern oder Motiv in Brandenburg gibt es bislang keine Erkenntnisse.

Diese Meldung wird aktualisiert.

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