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Ferienbetreuung in Neuwied: Eltern können jetzt mitbestimmen

Wer betreut die Kinder in den Ferien? Neuwied will seine Angebote ausbauen – und fragt vorher die Eltern. Bis Ende September läuft die Online-Befragung.

Neuwied. Wer betreut die Kinder, wenn die Schule zu ist und die Arbeit weitergeht? Die Stadt Neuwied will ihre Ferienangebote für Grundschulkinder ausbauen – und fragt vorher die Eltern. Eine Online-Befragung läuft ab sofort bis Ende September.

Was gefragt wird

Eltern können angeben, in welchen Ferien und zu welchen Zeiten sie Betreuung brauchen.

Außerdem geht es darum, worauf es bei der Auswahl ankommt: die Inhalte des Angebots, kurze Wege oder flexible Bring- und Abholzeiten.

Die Befragung ist erreichbar unter umfrageonline.com/c/3wrkidpm und läuft bis Ende September.

Je mehr Eltern teilnehmen, desto genauer lassen sich die künftigen Angebote zuschneiden.

Der Hintergrund: neuer Rechtsanspruch

Seit diesem Schuljahr gilt der Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung – zunächst für Erstklässler, in den kommenden Jahren wächst er um jeweils eine Klassenstufe.

Grundsätzlich schließt der Anspruch auch die Schulferien ein. Bis zu vier Wochen Schließzeit pro Jahr sind allerdings möglich.

Neuwied will sich bei der Planung nicht nur an den jeweils anspruchsberechtigten Jahrgängen orientieren, sondern von Anfang an die Klassenstufen eins bis vier in den Blick nehmen.

Wer daran arbeitet

Die Stadt hat eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich künftig monatlich trifft. Beteiligt sind Träger, die seit Jahren Ferienangebote in Neuwied organisieren: die Katholische Familienbildungsstätte, die Diakonie, der Kinderschutzbund, der Ambulante Fachdienst des HTZ, die AWO und die Informa gGmbH.

Themen sind unter anderem Chancengleichheit, Teilhabe und Inklusion – und die Frage, wie abwechslungsreich die Ferien für die Kinder werden.

"Dabei geht es uns nicht darum, lediglich Betreuungsplätze zu schaffen", sagt Bürgermeister Peter Jung. "Die Kinder sollen abwechslungsreiche Ferien erleben, die ihnen Freude machen und sie zugleich fördern."

Ein Punkt, der offen bleibt

Die Angebote werden kostenpflichtig sein. Das steht bereits fest.

Der Grund ist eine Lücke in der Förderung: Während der Bund den Ausbau der Ganztagsbetreuung an Schulen unterstützt, gibt es für die laufenden Kosten der Ferienbetreuung bislang keine vergleichbare Bundesförderung.

Wie hoch die Elternbeiträge ausfallen und welche Finanzierungsmodelle infrage kommen, ist noch nicht entschieden. Die Beteiligten wollen dabei auch die Frage berücksichtigen, wie alle Kinder teilnehmen können – unabhängig vom Einkommen der Eltern.

Warum sich Mitmachen lohnt

Solche Befragungen leiden oft an geringer Beteiligung – und dann richtet sich das Angebot am Ende nach den Wenigen, die geantwortet haben.

Wer also konkrete Bedürfnisse hat, etwa Betreuung in den Herbstferien oder frühe Bringzeiten, sollte das jetzt sagen. Später ist es schwerer, etwas zu ändern.

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