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On Air Mittwoch, 26. August 2026 --:--

Straßenschilder, zwei Roller, eine Treppe: Was Magnetangler aus dem Rhein holten

Acht Stunden im Flussbett: Magnetangler haben am Neuwieder Deich zwei Roller, eine Treppe und Straßenschilder aus der Friedrichstraße geborgen.

Magnetangler in Arbeit
Foto: Cleanup Neuwied / Katharina Tascioglu

Neuwied. Acht Stunden im und am Wasser, drei Sammelplätze voller Schrott – und eine Erkenntnis, die stutzig macht: Unter den Fundstücken aus dem Rhein waren Straßenschilder aus der Friedrichstraße und der Rheinstraße. Magnetangler haben am Samstag bei Niedrigwasser das Flussbett am Neuwieder Deich abgesucht.

Was gefunden wurde

Die Liste ist lang: Fahrradteile, zwei Motorroller, eine Anliegertreppe, zahlreiche verrostete Schrottteile, Batterien und verschiedene Sperrmüllteile.

Dazu die Straßenschilder – sie stammen nachweislich aus Neuwieder Straßen.

Allein die Bergung eines Motorrollers dauerte rund eine Stunde. Bei größeren und festsitzenden Teilen mussten die Helfer zusätzlich mit Eisenstangen arbeiten.

Wie gearbeitet wurde

Die Magnetangler der Gruppe Umwelt- und Gewässerschutz aus Oberstenfeld in Baden-Württemberg trafen sich mit der Bürgerinitiative Cleanup Neuwied – Deichstadt Greenup vor den Deichtoren.

Der Einsatz erstreckte sich von der Deichtreppe bis zum Pegelturm. Das Niedrigwasser wurde gezielt genutzt: Wo sonst Wasser steht, war das Flussbett zugänglich.

Die teils schweren Fundstücke mussten zu drei eigens eingerichteten Sammelplätzen transportiert werden.

Passanten packten mit an

Bemerkenswert war eine Begleiterscheinung: Spaziergänger und Anwohner, die auf die ungewöhnliche Aktion aufmerksam wurden, halfen spontan mit.

Nach acht Stunden waren die Teilnehmer nach eigenen Angaben körperlich und emotional an ihren Grenzen. Die Menge und Vielfalt des Geborgenen habe bei allen einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Die Servicebetriebe der Stadt Neuwied übernahmen den Abtransport.

Ein Hinweis zum Nachmachen

Magnetangeln klingt harmlos, ist es aber nicht immer. In Gewässern liegen auch Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg – erst vor drei Wochen wurden im Rhein bei Koblenz eine Bazooka-Rakete und eine Gewehrgranate gefunden und gesprengt.

Wer etwas Verdächtiges findet, sollte es keinesfalls anfassen oder bewegen, sondern Abstand halten und die 110 wählen.

Die nächste Gelegenheit

Wer selbst mit anpacken möchte: Vom 14. bis 19. September läuft in Neuwied die Cleanup-Aktionswoche rund um den World Cleanup Day. Anmeldungen sind über cleanup-neuwied.de möglich.

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