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Rotterdam: Ein Toter bei Explosion an Öltank – Sabotage vorerst ausgeschlossen

Explosion
Foto: WDhacdo auf X

Rotterdam. Bei einer Explosion im Hafen von Rotterdam ist am Donnerstag ein Mensch ums Leben gekommen, mehrere weitere wurden verletzt. Betroffen ist eine Anlage des Energiehändlers Gunvor im Europoort. Nach Angaben der Polizei gibt es keine Anzeichen für Sabotage – vieles deutet auf einen Unfall bei Wartungsarbeiten hin.

Wartungsteam war an einer Rohrleitung

Die Detonation ereignete sich gegen 11.30 Uhr auf dem Gelände von Gunvor Energy, das im Hafen eine Raffinerie und ein Tanklager betreibt.

Nach Angaben des niederländischen Senders NOS arbeitete zu diesem Zeitpunkt ein Wartungsteam an einem Abschnitt von Rohrleitungen. Ein Unternehmenssprecher bestätigte, dass es während Wartungsarbeiten an einem Lagertank zu einem "Zwischenfall" gekommen sei. Möglicherweise sei beim Trennen der Rohre etwas schiefgegangen.

An einem Tank in der Nähe der Leitungen sind Brandspuren zu sehen, eine Mauer wurde beschädigt.

Keine Hinweise auf Sabotage

Ein Polizeisprecher erklärte, es gebe keine unmittelbaren Anzeichen für Sabotage. Alle möglichen Szenarien würden untersucht, ein Ergebnis liege noch nicht vor.

Neben der Polizei sind forensische Ermittler und die niederländische Arbeitsschutzbehörde vor Ort. Das Gelände wurde weiträumig abgesperrt.

Wie viele Menschen verletzt wurden und wie schwer, ist weiterhin unklar. Mehrere Verletzte kamen ins Krankenhaus.

Hafenbehörde zeigt sich betroffen

"Wir sind zutiefst betrübt über den tragischen Vorfall", teilte die Hafenbehörde von Rotterdam mit. Die Gedanken seien bei der Familie des Getöteten und bei den Verletzten.

Gunvor arbeitet nach eigenen Angaben mit den Behörden zusammen.

Weiterer Zwischenfall am selben Tag

Bemerkenswert: Am Donnerstag kam es im Hafen zu einem zweiten, davon unabhängigen Vorfall. Ein größerer Stromausfall legte Teile des Areals lahm; ein Transformator geriet unter bislang ungeklärten Umständen in Brand.

In der Folge musste ExxonMobil sämtliche Anlagen seiner Raffinerie herunterfahren – dort werden normalerweise 191.000 Barrel Rohöl pro Tag verarbeitet.

Ein Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen ist bislang nicht bekannt.

Auswirkungen auf den Hafenbetrieb

Der übrige Betrieb läuft weitgehend normal weiter. Shell teilte mit, die eigenen Anlagen seien nicht betroffen. Auch die Flüssiggas-Terminals arbeiten nach Angaben der Hafenbehörde störungsfrei.

Rotterdam ist der größte Seehafen Europas und der zentrale Umschlagplatz für Öl, Chemikalien und Container – auch für Deutschland. Ein erheblicher Teil der Güter, die über den Rhein transportiert werden, kommt von dort.

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