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Fast sieben Milliarden Euro mehr: Warum Bundesbeamte bald mehr Geld bekommen sollen

Bundesbeamte sollen deutlich mehr Geld bekommen. Die Reform kostet Milliarden – ist aber vom Verfassungsgericht erzwungen. Jetzt bremst die Regierung.

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Die Glaskuppel des Reichstags in Berlin, Deutschland, präsentiert moderne Architektur unter bewölktem Himmel.
Foto: Gunnar Hoffmann / Pexels

Berlin. Deutschlands Bundesbeamte sollen deutlich mehr Geld erhalten – die geplante Reform kostet allein für die Jahre 2026 und 2027 fast sieben Milliarden Euro. Doch die Bundesregierung zögert. Statt die Erhöhung noch vor der Sommerpause auf den Weg zu bringen, wird sich das Kabinett voraussichtlich erst im September damit befassen. Bei Beamten und Gewerkschaften sorgt das für Ärger.

Hinter der Milliardensumme steckt ein Gesetzentwurf aus dem Bundesinnenministerium von Minister Alexander Dobrindt (CSU). Nach den darin enthaltenen Berechnungen entstehen für 2026 und 2027 zusammen Mehrkosten von rund 6,9 Milliarden Euro, hinzu kommen etwa 700 Millionen Euro rückwirkend für 2025. Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich bislang um einen Entwurf, nicht um ein beschlossenes Gesetz. Kabinett und Bundestag müssen noch zustimmen.

Karlsruhe zwingt zum Handeln

Die Erhöhung ist keine freiwillige Wohltat, sondern rechtlich geboten. Das Bundesverfassungsgericht hatte im September 2025 entschieden, dass die Besoldung von Beamten über Jahre verfassungswidrig zu niedrig war. Die Richter verschärften die Maßstäbe dafür, was der Staat seinen Beamten mindestens zahlen muss. Zwar betraf das Urteil formal das Land Berlin, es wirkt sich aber auf den Bund und alle Länder aus.

Die Reform bündelt gleich mehrere Dinge: Sie überträgt den Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst auf die Beamten, strukturiert die Gehaltstabellen neu und sieht Nachzahlungen für zurückliegende Jahre vor. Betroffen sind beim Bund rund 200.000 aktive Beamte, dazu Soldaten und Hunderttausende Pensionäre. Je nach Besoldungsgruppe fallen die Steigerungen unterschiedlich aus – in einzelnen Fällen sind es über 14 Prozent.

Streit in der Koalition

Dass die Sache stockt, hat auch mit der Haushaltslage und mit Widerstand innerhalb der Koalition zu tun. Vor allem Teile der SPD tun sich schwer mit einem kräftigen Plus für Beamte – zumal parallel bei der Rente über Einschnitte diskutiert wird. Aus der SPD kam zudem die Forderung, Beamte sollten künftig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

Die Beamtengewerkschaft dbb reagierte verärgert auf die Verzögerung. Der stellvertretende Bundesvorsitzende Volker Geyer nannte den Aufschub "nicht zu rechtfertigen" – die Regierung ignoriere damit die klaren Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts. Zugleich wies er den Vorwurf zurück, die Reform sei zu teuer: Den Beamten seien in den vergangenen Jahren Milliardenbeträge vorenthalten worden, um den Haushalt zu schonen.

Kritik kommt auch von anderer Seite: Der Bund der Steuerzahler stört sich weniger an der Erhöhung selbst als an der wachsenden Zahl von Beamten. Der Beamtenstatus solle sich auf hoheitliche Kernaufgaben wie Polizei, Justiz und Finanzverwaltung beschränken, so Präsident Reiner Holznagel.

Wann die höheren Bezüge tatsächlich fließen, ist noch offen. Die Nachzahlungen werden frühestens zum Jahreswechsel erwartet – vorausgesetzt, die Reform übersteht das parlamentarische Verfahren.

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