Fünf Festnahmen vor US-Militärbasis in England – Terrorverdacht
Fairford. Vor dem britischen Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford, den die US-Luftwaffe nutzt, hat die Polizei fünf Männer festgenommen. Sie stehen im Verdacht, einen Terroranschlag vorbereitet zu haben. Rund 85 Haushalte mussten ihre Häuser verlassen, ein Sprengstoffräumroboter war im Einsatz.
Wie es dazu kam
Gegen 0.45 Uhr in der Nacht zum Sonntag ging bei der Polizei ein Anruf ein: Drei verdächtige Fahrzeuge seien in Richtung des Stützpunkts unterwegs.
Die Insassen wurden festgenommen. Gegen sie wird wegen Vorbereitung eines terroristischen Anschlags und wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt.
Im Umkreis von 400 Metern um die Fahrzeuge errichteten die Einsatzkräfte eine Absperrung, während die Autos untersucht wurden.
Auf Luftaufnahmen von Sky News war offenbar ein Sprengstoffräumroboter zu sehen, der sich zwischen drei weißen Fahrzeugen bewegte. Bei zwei davon standen die Hecktüren offen, am Boden lagen verstreut schwarze Gegenstände.
Was noch unklar ist
Die Hintergründe sind offen. "Wir befinden sich in einem frühen Stadium der Ermittlungen", sagte eine Sprecherin der britischen Anti-Terror-Polizei.
Ob der Stützpunkt tatsächlich das Ziel war, ist nicht bestätigt. Die räumliche Nähe legt es nahe, mehr aber nicht.
Auch zu den Festgenommenen gibt es keine Angaben. Der britische Premierminister wird nach Behördenangaben laufend über die Lage informiert.
Warum Fairford im Fokus steht
Der Stützpunkt in Gloucestershire beherbergt das Hauptquartier des 501st Combat Support Wing und des 420th Air Base Squadron der US-Luftwaffe.
Im März verlegten die US-Streitkräfte Langstreckenbomber dorthin. Das britische Verteidigungsministerium bestätigte in dem Zusammenhang, dass die USA britische Stützpunkte für "spezifische Verteidigungsoperationen" im Iran-Krieg nutzen.
Von Fairford aus durfte das US-Militär mit Genehmigung der britischen Regierung iranische Raketenstellungen angreifen. Der Iran warf den USA vor, von dort gestartete Bomber seien auch für Angriffe eingesetzt worden, die über den ursprünglichen Auftrag hinausgingen.
Die US-Nutzung britischer Basen war zu Kriegsbeginn heftig umstritten.
Die Reaktion der US-Luftwaffe
Ein Sprecher erklärte, das amerikanische und britische Personal auf dem Stützpunkt bleibe wachsam und ergreife geeignete Maßnahmen zum Schutz aller Personen.
Einzelheiten zu konkreten Schutzmaßnahmen nannte er nicht – aus Gründen der operativen Sicherheit.
Einordnung
Der Fall reiht sich in eine Serie von Zwischenfällen an militärischen Einrichtungen in Europa ein.
In Deutschland fand die Polizei Anfang August am Flughafen Leipzig/Halle eine Drohne mit Sprengstoff; die Bundesregierung macht dafür inzwischen Russland verantwortlich. Über der Bundeswehr-Anlage in Mechernich wurden mehrfach Drohnen gesichtet.
Ein Zusammenhang mit dem Fall in England ist allerdings nicht erkennbar. Zu Motiv und Hintergrund der Festgenommenen gibt es bislang keine Erkenntnisse.