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CIA-Chef in Moskau: Erster Besuch eines US-Geheimdienstdirektors seit vier Jahren

Erst landete eine US-Militärmaschine in Moskau, niemand wusste warum. Jetzt ist klar: An Bord war offenbar der CIA-Chef. Der letzte Besuch eines Geheimdienstdirektors liegt vier Jahre zurück.

Flugzeuge der Royal Air Force fliegen vor einem klaren blauen Himmel und demonstrieren die militärische Flugleistung.
Foto: Jimmyk photos / Pexels

Moskau. Das Rätsel um die US-Militärmaschine in Moskau ist gelöst: An Bord war offenbar CIA-Direktor John Ratcliffe. Mehrere amerikanische Medien berichten übereinstimmend, dass sich der Geheimdienstchef am Dienstag zu Gesprächen in der russischen Hauptstadt aufhielt. Es wäre der erste Besuch eines CIA-Direktors in Russland seit November 2021 – wenige Monate vor dem Angriff auf die Ukraine.

Wie es bekannt wurde

Am Dienstagmorgen landete eine Boeing C-17 Globemaster III der US-Luftwaffe auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo. Der Flugverfolgungsdienst Flightradar24 dokumentierte die Route: von der Joint Base Andrews bei Washington nach Riga, wo die Maschine am 23. August ankam, und von dort weiter nach Moskau.

Am Flughafen wurde zudem ein amerikanischer Diplomatenkonvoi gesichtet.

Stunden später berichteten CBS News und Axios unter Berufung auf mehrere Quellen, dass Ratcliffe an Bord war. CNN, Bloomberg und ABC News bestätigten das.

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Offiziell schweigen beide Seiten.

Der Kreml hatte am Morgen erklärt, keine Informationen über den Flug zu haben. Die CIA, das Pentagon und die Luftwaffe lehnten eine Stellungnahme ab. Auch das Weiße Haus äußerte sich nicht.

Wen Ratcliffe traf und worüber gesprochen wurde, ist unbekannt.

Warum das bedeutsam ist

Der letzte CIA-Direktor, der Moskau besuchte, war William Burns im November 2021. Er traf damals den Sekretär des russischen Sicherheitsrats – wenige Monate bevor Russland in die Ukraine einmarschierte.

Seither gab es keinen vergleichbaren Besuch mehr.

Ratcliffe selbst hält allerdings regelmäßig Kontakt zu seinem russischen Amtskollegen, dem Auslandsgeheimdienstchef Sergej Naryschkin. Er verhandelte persönlich die Freilassung der russisch-amerikanischen Doppelstaatlerin Ksenia Karelina im April 2025. Die CIA war auch am Gefangenenaustausch 2024 beteiligt, bei dem der Journalist Evan Gershkovich und der Marineveteran Paul Whelan freikamen.

Der Zeitpunkt

Der Besuch fällt in eine bemerkenswerte Woche.

Die von Washington vermittelten Gespräche über ein Ende des Ukrainekriegs stecken fest. Beide Seiten haben ihre Angriffe im Sommer verstärkt.

Und erst am Montag kündigte US-Finanzminister Scott Bessent eine neue Strategie zur Isolierung des Iran an – mit Sanktionen gegen alle, die weiter Geschäfte mit Teheran machen. Russland ist ein strategischer Handelspartner des Iran.

Ob eines dieser Themen Gegenstand der Gespräche war, ist offen.

Was zuvor spekuliert wurde

Bevor Ratcliffes Name fiel, kursierten andere Vermutungen. Genannt wurden unter anderem die Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, die bereits mehrfach mit russischen Vertretern verhandelt haben – zuletzt im Januar mit Präsident Putin.

Ein Journalist des Nachrichtenportals Axios schrieb auf der Plattform X, seinen Quellen zufolge gehe es darum, Russland zu einer Abkehr vom Iran zu bewegen. Bestätigt ist das nicht.

Was die Maschine kann

Die C-17 ist ein schweres Transportflugzeug für Soldaten, Fahrzeuge und Gerät. Für Delegationsreisen wird sie eher selten genutzt – sie bietet aber den Vorteil, große Sicherheitsteams und Ausrüstung mitzuführen.

Dass ein US-Militärflugzeug überhaupt in den russischen Luftraum einfliegen und in Moskau landen darf, setzt eine Genehmigung voraus. Der Flug war also abgestimmt – zwischen zwei Regierungen, die derzeit kaum miteinander sprechen.

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