Nonthaburi: Schüler tötet Lehrer an Schule bei Bangkok
Nonthaburi. An einer Schule nördlich von Bangkok hat am Freitagmorgen ein 14-jähriger Schüler das Feuer eröffnet. Nach übereinstimmenden Berichten wurden mindestens fünf Lehrkräfte getötet, mehr als 20 Menschen verletzt – darunter viele Jugendliche. Zuvor soll der Junge seine Großeltern erschossen haben. Er nahm sich anschließend selbst das Leben.
Der Ablauf
Kurz nach Unterrichtsbeginn fielen auf dem Campus der Debsirin Nonthaburi School Schüsse. Unter Schülern und Lehrern brach Panik aus, einige verbarrikadierten sich in ihren Klassenzimmern.
Der Täter, ein Neuntklässler der Schule, wurde später tot in einem Klassenzimmer gefunden. Die Waffe stammte nach bisherigen Erkenntnissen aus dem Besitz seines Großvaters.
Zu den Opferzahlen gibt es auch Stunden nach der Tat unterschiedliche Angaben. Von offizieller Seite war zunächst von sechs Getöteten die Rede, andere Quellen nennen mindestens fünf getötete Lehrkräfte. Unter den Verletzten sind Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren; mehrere schweben in Lebensgefahr. Krankenhäuser riefen zu Blutspenden auf.
Ermittlungen zum Motiv
Die Hintergründe sind noch nicht abschließend geklärt. Nach ersten Ermittlungsergebnissen soll der Jugendliche an der Schule über längere Zeit gemobbt worden sein – Mitschüler sollen ihn verspottet und auch körperlich attackiert haben. Das berichtet die thailändische Zeitung "Khaosod" unter Berufung auf die Behörden.
Die Polizei wertet Computer und digitale Spuren aus. Der Vater des Jungen wurde vernommen. Wie der 14-Jährige an die Waffe gelangen konnte, ist eine der zentralen Fragen der Ermittlungen.
Debatte über Waffen und Schulsicherheit
Die Schule bleibt mindestens eine Woche geschlossen.
Ministerpräsident Anutin Charnvirakul zeigte sich erschüttert darüber, "dass ein solcher Vorfall in unserem Land passieren konnte", und sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Politiker forderten strengere Waffenkontrollen und bessere Schutzmaßnahmen an Schulen.
In Thailand ist der Zugang zu Schusswaffen vergleichsweise leicht – das Land hat eine der höchsten Waffendichten Asiens. Es ist nicht der erste Fall dieser Art: Im Februar hatte ein 17-Jähriger im Süden des Landes an einer Schule geschossen, ein Mensch starb. 2022 tötete ein früherer Polizist in einer Kindertagesstätte 36 Menschen, überwiegend Kinder.