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Radfahren in der Fußgängerzone: Neuwied gibt drei Straßen frei

Stadt Neuwied gibt drei Straßen der Fußgängerzone für den Radverkehr frei.

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Foto: Lukas Kosc / Pexels

Neuwied. In Neuwied dürfen Radfahrer künftig durch Teile der Fußgängerzone rollen. Der Stadtrat hat mit großer Mehrheit beschlossen, drei Abschnitte für den Radverkehr freizugeben: die Engerser Straße, die Langendorfer Straße zwischen Luisen- und Schloßstraße sowie die Friedrichstraße. Die Mittelstraße und der Luisenplatz bleiben dagegen weiterhin allein den Fußgängern vorbehalten.

Wichtig für alle, die künftig durchradeln wollen: In den freigegebenen Bereichen ist nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt, und Fußgänger haben immer Vorrang. Weil die betroffenen Straßen sehr breit sind, kommen Fußgänger und Radfahrer nach Einschätzung der Stadt in der Regel problemlos aneinander vorbei. Begleitet wird die neue Regelung von einer Informationskampagne. Sechs Monate nach dem Start will die Verwaltung im Planungsausschuss Bilanz ziehen und schauen, ob Anpassungen nötig sind.

Lückenschluss für Radfahrer

Hinter der Freigabe steckt ein größeres Ziel: eine durchgehende Radverbindung zwischen dem Berliner Platz und dem Rheintalweg. Herzstück ist die zur Fahrradstraße umgebaute Engerser Straße, die Ende Juni nach dem Umbau wieder freigegeben wurde. Ohne die Öffnung der angrenzenden Fußgängerzonen-Abschnitte wäre eine durchgängige und attraktive Führung für Radfahrer kaum möglich, so die Stadt.

Oberbürgermeister Jan Einig betont, dass beide Seiten profitieren sollen: „Wir wollen den Radverkehr in Neuwied stärken und gleichzeitig die angenehme und sichere Atmosphäre in unserer Innenstadt erhalten. Mit der jetzt beschlossenen Lösung schaffen wir beides: eine bessere Verbindung für Radfahrer und weiterhin geschützte Bereiche für Fußgänger."

Bewusst verzichtet die Stadt auf zeitlich begrenzte Öffnungen zu bestimmten Tageszeiten. Solche Mischregelungen gelten als schwer verständlich und kaum kontrollierbar; klare, dauerhafte Regeln würden erfahrungsgemäß besser angenommen.

„Nicht das Recht des Stärkeren"

Dass Rücksichtnahme das A und O ist, machten Jugendbeirat und Ortsbeirat Innenstadt mit einer eigenen Aktion deutlich. Unter dem Motto „Neuwied für Alle – Sicher durch die Stadt" warben sie an einem Infostand in der Innenstadt für ein gutes Miteinander, erklärten die Regeln und kamen mit Passanten ins Gespräch.

„Hier gilt nicht das Recht des Stärkeren", so der Vorsitzende des Jugendbeirats, Aghid Almasalmeh, und Ortsvorsteher Martin Monzen. „Uns ist wichtig, dass sich alle Menschen sicher durch die Innenstadt bewegen können, besonders Kinder, ältere Menschen und Fußgängerinnen und Fußgänger."

Dass das kein leeres Thema ist, zeigte zuletzt ein Vorfall am Luisenplatz: Ein Radfahrer, der dort unerlaubt unterwegs war, erfasste ein spielendes Kind, das leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht werden musste. Bei Kontrollen in der Fußgängerzone stellten Polizei und Ordnungsamt zudem zahlreiche Verstöße fest – vor allem durch unerlaubt fahrende E-Scooter und Räder.

Wann genau die neue Regelung in Kraft tritt und die Bereiche entsprechend ausgeschildert sind, will die Stadt noch bekanntgeben.

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