Steuerrazzia bei der Deutschen Bank: Ermittler durchsuchen Zentrale in Frankfurt
Frankfurt am Main. Deutschlands größtes Geldhaus bekommt erneut Besuch von den Ermittlern: Am Mittwochmorgen haben Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt durchsucht. Im Fokus steht der Verdacht der Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit sogenannten Cum-Cum-Geschäften. Es ist bereits die dritte Durchsuchung bei der Bank in diesem Jahr.
Die Deutsche Bank bestätigte den Einsatz. “Wir bestätigen, dass in den Geschäftsräumen der Deutschen Bank eine Maßnahme der Staatsanwaltschaft Düsseldorf durchgeführt wird”, teilte ein Sprecher mit. Nach Kenntnis der Bank gehe es dabei um Geschäfte der Postbank, die inzwischen zur Deutschen Bank gehört, aus zurückliegenden Jahren. Die Ermittler selbst äußerten sich zunächst nicht näher.
Was hinter Cum-Cum steckt
Bei Cum-Cum-Geschäften geht es im Kern um einen Steuertrick rund um Aktien und deren Dividenden. Vereinfacht gesagt schoben Banken und andere Akteure im In- und Ausland Aktien deutscher Unternehmen kurz vor dem Stichtag für die Dividende hin und her – mit dem Ziel, Kapitalertragsteuer zu vermeiden oder sich zu Unrecht erstatten zu lassen. Dem Staat und damit den Steuerzahlern entstand dadurch über die Jahre ein Milliardenschaden.
Der Skandal beschäftigt die Justiz seit Langem. Lange galt die Deutsche Bank dabei eher als Randfigur. Recherchen von Süddeutscher Zeitung und WDR deuteten im Frühjahr 2026 jedoch darauf hin, dass das Institut selbst in größerem Umfang an solchen Geschäften beteiligt gewesen sein könnte. Nach Medienberichten stehen Deals mit einem Volumen von mehreren Hundert Millionen Euro im Raum.
Nicht die erste Razzia
Für die Deutsche Bank ist es ein weiterer Eintrag in einer langen Liste von Ermittlungen. Schon Anfang des Jahres hatten Fahnder die Zentrale in Frankfurt durchsucht – damals ging es um den Verdacht der Geldwäsche. Der aktuelle Fall trifft die Bank in einer eigentlich starken Phase: Erst kürzlich hatte das Institut mit einem Rekordgewinn für 2025 geglänzt.
Zu einem Vorwurf ist die Bank damit noch nicht verurteilt. Die Durchsuchung dient dazu, Beweise zu sichern; über Ergebnisse und mögliche Konsequenzen ist bislang nichts bekannt. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.