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Flutkatastrophe in Nepal: Über 500 Tote, fast 1.000 Vermisste

Die Opferzahlen steigen weiter: 547 Tote und fast 1.000 Vermisste meldet Nepal. Als Ursache gilt ein Gletscherabbruch – und es droht eine zweite Welle.

Ein einsamer Wanderer mit gelbem Rucksack durchquert einen unebenen Dirt Path inmitten felsigem Bergterrain.
Foto: Adrian Joseph / Pexels

Kathmandu. Die Zahlen nach der Sturzflut im Himalaja steigen weiter. Nach Angaben des nepalesischen Katastrophenschutzes sind inzwischen 547 Menschen tot, fast 1.000 gelten als vermisst – darunter mehr als 500 Ausländer. Auch auf tibetischer Seite gibt es Opfer. Als Ursache gilt ein Gletscherabbruch.

Der aktuelle Stand

In Nepal: 547 Tote, 977 Vermisste. Unter den Vermissten sind nach Behördenangaben 517 Ausländer.

In Tibet: Die chinesischen Behörden melden fünf weitere Tote und über 500 Vermisste.

Indien gab an, der Verbleib von 320 eigenen Staatsbürgern sei ungeklärt – 73 von ihnen arbeiteten an einem Kraftwerksprojekt. Das US-Außenministerium sprach von 90 vermissten Amerikanern in Nepal und China.

Zu deutschen Betroffenen liegen bislang keine Angaben vor.

Was die Flut auslöste

Satellitenbilder liefern Hinweise auf die Ursache: Am Berg Langtang Lirung brach offenbar ein Gletscher ab.

Die dadurch freigesetzten Wasser- und Geröllmassen rasten durch das Tal des Flusses Bhote Koshi. Was folgte, war weniger eine Flutwelle als ein Schlammstrom – mit enormer Wucht und hoher Geschwindigkeit.

Ein Detail zeigt die Kraft: Auf chinesischer Seite wurde ein rund zwölf Meter hohes Grenzgebäude vollständig weggerissen.

Warum kaum jemand fliehen konnte

Videos aus der Region zeigen, wie schnell die Massen kamen. Fachleute erklären, dass für die meisten Menschen im Tal keine Zeit zum Reagieren blieb.

Anders als bei einem Hochwasser, das langsam steigt, kommt ein solcher Schlammstrom ohne Vorwarnung. Wer nicht binnen Sekunden höher gelegenes Gelände erreicht, hat kaum eine Chance.

Angst vor einer zweiten Welle

Die Rettungsarbeiten mussten zeitweise unterbrochen werden.

Der Grund: An einer Flussmündung hat sich ein neuer Stausee gebildet, aufgestaut durch Geröll. Bricht diese natürliche Barriere, droht eine zweite Flutwelle.

Viele Gebiete sind weiterhin kaum erreichbar. Brücken und Straßen wurden zerstört, ganze Täler sind von der Außenwelt abgeschnitten.

Hoffnung gibt es für eine Gruppe Arbeiter, die in einem Tunnel eingeschlossen ist – dort laufen die Rettungsversuche weiter.

Die Hilfe läuft an

In Kathmandu bereiten Freiwillige den Transport von Hilfsgütern vor: Trinkwasser und Grundnahrungsmittel wie Reis werden sortiert und gestapelt.

Kanada kündigte Nothilfe in Höhe von fünf Millionen kanadischen Dollar an, umgerechnet rund 3,1 Millionen Euro.

Für Angehörige

Wer Angehörige in der Region vermutet, erreicht den Bürgerservice des Auswärtigen Amts rund um die Uhr unter 030 5000-2000.

Über die Krisenvorsorgeliste Elefand können sich Deutsche im Ausland registrieren – im Krisenfall nehmen die Behörden dann gezielt Kontakt auf.

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