Sturzflut im Himalaja: Ganze Dörfer weggespült, 384 Touristen vermisst
Kathmandu. Eine schwere Sturzflut hat in Nepal nahe der Grenze zu Tibet ganze Dörfer fortgerissen. Nach Behördenangaben werden 384 Touristen vermisst, mindestens acht Menschen sind tot. Die Zahl der Opfer dürfte deutlich steigen – in der betroffenen Region leben Zehntausende.
Was bekannt ist
Bilder in sozialen Netzwerken zeigen das Ausmaß: Dörfer wurden weggespült, Brücken und Kraftwerke zerstört oder beschädigt.
“Es ist zu befürchten, dass es zahlreiche Opfer gibt und massive Sachschäden entstanden sind”, sagte Bezirksverwalter Narendra Pariyar der Nachrichtenagentur Reuters. Genaueres wisse er noch nicht.
Rettungskräfte, Polizei und Militär sind nach Angaben von Ministerpräsident Balendra Shah auf dem Weg in die Katastrophenregion.
Die Vermissten
Die nepalesische Tourismusbehörde meldet 291 vermisste ausländische Touristen, dazu 93 aus Nepal – insgesamt 384 Menschen.
Bei den meisten handelt es sich um Reisende aus Indien. Genannt werden außerdem Menschen aus Großbritannien, Malaysia, Südafrika und den USA sowie je eine Person aus den Niederlanden und Australien.
Bei 111 Vermissten ist die Nationalität bislang unbekannt.
Deutsche Betroffene wurden bisher nicht gemeldet.
Auch Tibet betroffen
Die Katastrophe macht nicht an der Grenze halt. Ein Erdrutsch, der von der nepalesischen Seite ausging, führte am Grenzübergang Gyirong in der tibetischen Stadt Shigatse nach Angaben des chinesischen Staatssenders CCTV zu “hohen Zahlen an Opfern und Vermissten”.
Gyirong ist ein wichtiger Übergang zwischen China und Nepal.
Chinas Staatschef Xi Jinping ordnete an, alle verfügbaren Kräfte und Mittel für den Rettungseinsatz einzusetzen.
Was eine Sturzflut ausmacht
Sturzfluten im Hochgebirge entstehen oft, wenn sich hinter natürlichen Barrieren Wasser staut – etwa durch Erdrutsche oder Gletscherseen – und diese Barriere plötzlich bricht.
Die Wassermassen kommen dann ohne Vorwarnung und mit enormer Wucht. Talbewohner haben in der Regel nur Minuten.
Für Reisende
Wer Angehörige in der Region vermutet, kann sich an das Auswärtige Amt wenden. Der Bürgerservice ist unter 030 5000-2000 rund um die Uhr erreichbar.
Die Elefand-Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts erlaubt es Deutschen im Ausland, sich zu registrieren – im Krisenfall können die Behörden dann gezielt Kontakt aufnehmen.
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