Über 60 Waffen auf Bauernhof entdeckt – Eigentümer starb in der Türkei
Aschersleben. Ein Zufallsfund mit Sprengkraft: Auf einem Bauernhof im Ascherslebener Ortsteil Winningen in Sachsen-Anhalt hat die Polizei mehr als 60 Waffen und Waffenteile entdeckt. Darunter befinden sich nach Angaben der Zeitung "Welt" Langwaffen sowie Waffen, die unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen. Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt untersucht den Fund.
Ein Fund am Rande eines Todesfalls
Auf die Waffen stießen die Beamten eher zufällig. Der Einsatz am 9. Juli galt eigentlich der Sicherung des Nachlasses eines verstorbenen 46-Jährigen und diente, wie es im Behördendeutsch heißt, dem "Schutz privater Rechte" der Angehörigen. Erst dabei kamen die zahlreichen Waffen zum Vorschein.
Der Eigentümer des Hofes, ein Landwirt, war zuvor von seiner Ehefrau tot in der gemeinsamen Wohnung im türkischen Antalya gefunden worden. Die türkische Polizei ermittelt zur Todesursache. Die deutschen Behörden befassen sich zunächst nicht mit den Umständen seines Todes – das könnte sich nach Angaben eines Polizeisprechers aber noch ändern.
Woher kamen die Waffen?
Für die Ermittler stellen sich nun mehrere Fragen. Untersucht wird, wie die Waffen auf den Hof gelangten, ob sie dem Verstorbenen zugeordnet werden können und ob sie bei Straftaten eingesetzt wurden. Der 46-Jährige besaß einen Jagdschein – ein solcher deckt allerdings nur bestimmte Jagdwaffen ab, keinesfalls aber Waffen, die unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen.
Auffällig ist zudem: Bereits im Herbst 2025 hatte es Ermittlungen gegen den Mann gegeben, damals wurden schon einmal Waffen beschlagnahmt. Ob und wie beide Vorgänge zusammenhängen, ist Teil der laufenden Untersuchungen.
Einordnung
Ein Fund von mehr als 60 Waffen ist auch bundesweit ein großer Einzelfall. Entscheidend für die Bewertung ist aber weniger die reine Zahl als die Frage, ob sich unter den Funden tatsächlich Kriegswaffen befinden – also etwa vollautomatische Waffen, deren Besitz ohne staatliche Genehmigung eine schwere Straftat ist. Genau das prüft nun das Landeskriminalamt.
Zu einem möglichen Hintergrund des Waffenbestands machten die Behörden bislang keine Angaben. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.