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Wahnsinns-Spektakel um WM-Bronze: England schlägt Frankreich 6:4

Torfestival in Miami: England schlägt Frankreich 6:4 und sichert sich WM-Bronze. Für Deschamps endet seine Ära mit einem wilden Spektakel.

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Miami. Wer behauptet, das Spiel um Platz 3 sei überflüssig, hat dieses Spektakel verpasst: England hat sich im „kleinen Finale" der Weltmeisterschaft in einem irren Torfestival mit 6:4 gegen Frankreich durchgesetzt und sich die Bronzemedaille gesichert. Zehn Tore, eine 4:0-Führung, eine französische Aufholjagd bis auf ein Tor – und am Ende doch der Sieg der Three Lions. Für England ist es die beste WM-Platzierung seit dem Titelgewinn 1966.

Dabei sah es lange nach einem Debakel für Frankreich aus. England erwischte einen Traumstart und führte durch einen frühen Treffer bereits nach drei Minuten. Was dann folgte, war eine der einseitigsten ersten Halbzeiten, die ein WM-Spiel je gesehen hat: In der 18. Minute erhöhte England, in der 37. fiel das 3:0, und kurz vor der Pause (45.) stellte die Mannschaft von Thomas Tuchel auf 4:0. Frankreich, bei dem Trainer Didier Deschamps in seinem letzten Spiel als Nationalcoach kräftig rotiert hatte, war in der ersten Hälfte chancenlos.

Die französische Aufholjagd

Deschamps reagierte zur Pause mit einem Vierfachwechsel – und plötzlich war Frankreich ein anderes Team. Nur drei Minuten nach Wiederanpfiff fiel das 1:4 (48.), in der 54. Minute das 2:4, und in der 66. Minute wurde es beim 3:4 auf einmal wieder spannend. Das Momentum hatte komplett gedreht, das Stadion in Miami erlebte eine irre zweite Halbzeit.

Doch als Frankreich auf den Ausgleich drückte, schlug England eiskalt zu: In der 87. Minute stellte die Mannschaft auf 5:3 und machte damit einen großen Schritt Richtung Bronze. In einer packenden Schlussphase fielen dann noch zwei Tore innerhalb von Sekunden – Frankreich verkürzte, doch England setzte den Schlusspunkt zum 6:4.

Statistik und Einordnung

Kurios: Über weite Strecken hatte Frankreich sogar mehr vom Spiel – bei den Schüssen stand es 18:18, England hatte mit zehn die knapp bessere Ausbeute aufs Tor. Doch die desolate erste Halbzeit war nicht mehr aufzuholen. Frankreich zahlte für den katastrophalen Fehlstart, England für die nachlassende Konzentration nach der Pause – am Ende blieb es beim verdienten englischen Sieg.

Für Deschamps endet damit eine Ära: Nach dem WM-Titel 2018 und dem Finale 2022 verabschiedet sich der französische Weltmeister-Trainer mit einer wilden 4:6-Niederlage. Für England und Tuchel ist die Bronzemedaille ein versöhnlicher Abschluss nach dem bitteren Last-Minute-Aus gegen Argentinien im Halbfinale.

Das große Finale steigt am Sonntag: Titelverteidiger Argentinien trifft im MetLife Stadium bei New York auf Europameister Spanien.

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