Aktenzeichen XY: Diese ungelösten Fälle zeigt das ZDF am Mittwochabend
Mainz. Ein spurlos verschwundenes Kind, ein erschossener Aussteiger, ein Cold-Case-Mord aus den 90ern und mehrere brutale Überfälle: In der neuen Ausgabe von „Aktenzeichen XY… Ungelöst" bittet Moderator Rudi Cerne wieder um Hinweise aus der Bevölkerung. Das ZDF zeigt die Fahndungssendung am Mittwoch, 29. Juli 2026, um 20.15 Uhr – live und parallel im Stream.
Der Fall Inga Gehricke
Im Mittelpunkt steht einer der bekanntesten Vermisstenfälle Deutschlands. Die damals fünfjährige Inga Gehricke verschwand am 2. Mai 2015 während eines Familienausflugs auf dem Wilhelmshof bei Stendal in Sachsen-Anhalt. Das Kind hielt sich dort mit seiner Familie und befreundeten Familien auf; am Abend bereiteten die Erwachsenen ein gemeinsames Grillen vor, während die Kinder auf dem Gelände spielten. Gegen 18.40 Uhr wurde Inga zuletzt in der Nähe des Grillplatzes gesehen.
Trotz umfangreicher Suchmaßnahmen und wieder aufgenommener Cold-Case-Ermittlungen fehlt bis heute jede Spur. Ob das Mädchen das Gelände allein verließ, einen Unfall erlitt oder Opfer eines Verbrechens wurde, ist ungeklärt; die Kripo Halle hält eine Entführung weiterhin für möglich. Für Hinweise, die zur Aufklärung führen, ist eine Belohnung von insgesamt 50.000 Euro ausgesetzt. Die Sendung nimmt den Fall zum Anlass für eine neue Kampagne, die vermisste Kinder in den Fokus rückt.

Erschossener Aussteiger im Allgäu
Ein weiterer Fall führt nach Bayern: Im Unterallgäu wurde der 33-jährige Daniel Emminger, der bei Breitenbrunn einen Selbstversorger-Hof betrieb, mutmaßlich mit einer Langwaffe erschossen. Die Tatwaffe fehlt bis heute. Die Ermittler der Kripo Memmingen gehen von einem gezielten Tötungsdelikt durch einen im Umgang mit Schusswaffen geübten Täter aus und haben eine eigene Ermittlungsgruppe gebildet.

Überfall auf ein Wohnhaus – Bewohner gefesselt
Nach Bamberg führt ein Raubüberfall aus dem April 2024: In Stegaurach-Waizendorf drangen zwei maskierte Männer am frühen Morgen durch ein Fenster in ein Mehrfamilienhaus ein, überwältigten und fesselten zwei Bewohner – einen von ihnen mit einem Elektroschocker. Eigentliches Ziel war offenbar eine leerstehende Wohnung im Haus. Die Täter erbeuteten eine Münzsammlung, Bargeld und mehrere Armbanduhren und flüchteten unerkannt.
Mord an einer Millionärswitwe – seit fast 30 Jahren ungeklärt
Der älteste Fall des Abends reicht ins Jahr 1997 zurück: Die 78-jährige Lieselotte Hohlmann wurde am 27. August in ihrer Villa in Essen-Burgaltendorf getötet – der Täter schlug im Eingangsbereich mit Gegenständen aus dem Flur auf sie ein. Entwendet wurden rund 10.000 D-Mark und persönliche Notizbücher, in denen die Seniorin Besuche und Telefonate festgehalten hatte.
Einbruchsspuren fehlten, weshalb die Polizei annimmt, dass Hohlmann den Täter kannte oder freiwillig ins Haus ließ. Am Tatort sicherten die Ermittler mehrere DNA-Spuren; für eine davon gibt es bis heute keinen Treffer. Die Kripo Essen rollt den Cold Case über ihre Ermittlungsgruppe für ungelöste Altfälle neu auf.

Juwelierüberfall mit auffälligem Merkmal
Als Studiofall stellt die Sendung einen Überfall auf ein Juweliergeschäft in Bielefeld vor. Im Juli 2024 bedrohten und schlugen zwei maskierte Täter einen Mitarbeiter – unter anderem mit einem Elektroschocker – und räumten Schmuck in eine Sporttasche. Ein entscheidendes Detail: Einer der Täter trägt ein auffälliges Tattoo am linken Handgelenk. Eine frühere Öffentlichkeitsfahndung mit Fotos hatte bislang keinen Erfolg.

Vermisster aus Gotha
Außerdem geht es um einen Vermisstenfall aus Thüringen: Der damals 47-jähriger Sven Kühn aus Gotha wurde im Mai 2024 zuletzt von seiner Mutter gesehen; danach blieb sein Handy ausgeschaltet. Er war ohne Ausweis und ohne Geld unterwegs. Die Kripo schließt nicht aus, dass er Opfer eines Verbrechens wurde. Auffällig sind mehrere Tätowierungen, unter anderem ein Sensenmann an beiden Oberarmen.

XY-Preis für Zivilcourage
Vorgestellt wird zudem eine Kandidatin für den XY-Preis 2026: Eine Frau aus Bayern hatte über einen längeren Zeitraum das auffällige Verhalten eines Nachbarn beobachtet, der wiederholt die Nähe zu Kindern suchte, und ihre Beobachtungen an die Behörden weitergegeben. Ihre Hartnäckigkeit trug den Angaben zufolge dazu bei, Ermittlungen einzuleiten – der Mann wurde später unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt. Mit dem Preis zeichnet die Sendung Menschen aus, die bei der Aufklärung oder Verhinderung von Straftaten besondere Zivilcourage gezeigt haben.
Wohin mit Hinweisen?
Während der Sendung nehmen die Ermittler Hinweise direkt entgegen – telefonisch oder über das Hinweisportal des ZDF. Auch nach der Ausstrahlung bleiben die Fälle offen: Wer etwas beobachtet hat oder sich an ein Detail erinnert, kann sich jederzeit bei der zuständigen Dienststelle oder bei jeder beliebigen Polizeidienststelle in seiner Nähe melden. In akuten Notfällen gilt weiterhin der Notruf 110.
Die zuständigen Dienststellen der einzelnen Fälle:
Inga Gehricke (Stendal): Kripo Halle (Saale), 0345 2241391 oder 0345 2241291, ab Donnerstag 0345 2240. Für Hinweise, die zur Aufklärung führen, ist eine Belohnung von insgesamt 50.000 Euro ausgesetzt.
Tötungsdelikt Kunzach (Unterallgäu): Kripo Memmingen, 08331 100499, ab Donnerstag 08331 100201.
Raubüberfall Waizendorf (bei Bamberg): Kripo Bamberg, 0951 9129129, ab Donnerstag 0951 91290.
Juwelierüberfall Bielefeld: Polizei Bielefeld, während der Sendung 0521 5451110, danach 0521 5450.
Vermisster aus Gotha: Kripo Gotha, 03621 781412, ab Donnerstag 03621 780.
Mordfall Lieselotte Hohlmann (Essen): Kripo Essen, Ermittlungsgruppe Cold Cases, über die Polizei Essen.
„Aktenzeichen XY… Ungelöst" läuft am Mittwoch, 29. Juli 2026, ab 20.15 Uhr im ZDF und ist anschließend in der ZDF-Mediathek abrufbar.