Apple Music wird teurer – und auch die Geräte kosten mehr
Cupertino/Neuwied. Wer Musik über Apple Music hört, muss ab sofort tiefer in die Tasche greifen: Der US-Konzern Apple hat die Preise für seinen Musikdienst in Deutschland angehoben. Und auch beim Kauf neuer Apple-Geräte wie iPad oder MacBook wird es teurer. Wir erklären, was sich ändert – und warum.
Das kostet Apple Music jetzt
Am deutlichsten spüren es Familien. Das Familien-Abo, mit dem bis zu sechs Personen gemeinsam Musik hören können, steigt von 16,99 auf 19,99 Euro im Monat – ein Plus von drei Euro. Bei den übrigen Tarifen kommt jeweils ein Euro obendrauf:
Einzel-Abo: 11,99 statt bisher 10,99 Euro pro Monat
Studierenden-Abo: 6,99 statt 5,99 Euro pro Monat
Jahres-Abo für Einzelpersonen: 119 statt 109 Euro
Die neuen Preise gelten für Neukunden sofort. Wer Apple Music bereits nutzt, wird von Apple informiert und erst nach Zustimmung beziehungsweise zum nächsten Abrechnungszeitraum auf den höheren Preis umgestellt. Als Grund nennt Apple gestiegene Lizenzkosten – also höhere Gebühren, die der Konzern an Plattenfirmen und Rechteinhaber zahlen muss. Es ist die erste Preiserhöhung bei Apple Music seit rund vier Jahren.
Ein kleiner Trost: Das Kombi-Paket Apple One, in dem neben Musik auch weitere Dienste wie Online-Speicher und Apple TV stecken, bleibt vorerst gleich teuer. Es startet weiterhin bei 19,95 Euro im Monat. Wer mehrere Apple-Dienste nutzt, fährt damit jetzt rechnerisch günstiger als mit lauter Einzel-Abos.
Auch die Geräte sind teurer geworden
Die höheren Abo-Preise kommen nicht allein. Schon Ende Juni hatte Apple die Preise für viele seiner Geräte kräftig angehoben – teils um mehrere Hundert Euro. Betroffen sind vor allem Mac-Computer und iPads, aber auch Geräte wie der Apple TV und die HomePod-Lautsprecher. iPhones blieben vorerst verschont.
Einige Beispiele aus dem deutschen Apple-Store:
Das Einsteiger-iPad kostet nun mindestens 499 statt 379 Euro.
Beim MacBook Pro beginnt der Einstieg bei 2.199 Euro – vorher waren es 1.799 Euro.
Der kleine HomePod mini stieg von 109 auf 139 Euro.
Besonders bitter trifft es das MacBook Neo. Apple hatte den kompakten Einsteiger-Laptop erst im März 2026 als sein bis dahin günstigstes MacBook überhaupt vorgestellt – gedacht als Alternative zu preiswerten Windows-Notebooks, etwa für Schülerinnen, Schüler und Studierende. Nur wenige Monate später wurde auch dieses Gerät teurer: Es kostet jetzt 799 statt 699 Euro, also 100 Euro mehr.
Warum wird alles teurer? Die „Speicherkrise" einfach erklärt
Hinter den höheren Gerätepreisen steckt ein Problem, das die ganze Technikbranche betrifft: Speicherchips sind massiv teurer geworden. Solche Chips stecken in praktisch jedem Gerät – sie sind dafür zuständig, dass ein Computer flüssig arbeitet und Daten speichern kann.
Der Grund für die Verteuerung ist der weltweite Boom rund um Künstliche Intelligenz. Die riesigen Rechenzentren, die KI-Dienste betreiben, brauchen Unmengen dieser Speicherchips – und zwar eine besonders leistungsfähige und teure Sorte, an der die Hersteller deutlich mehr verdienen. Deshalb liefern die großen Chip-Konzerne bevorzugt an diese Rechenzentren. Für normale Geräte wie Laptops und Tablets bleibt weniger übrig – und was knapp ist, wird teuer. Fachleute sprechen von einer regelrechten „Speicherkrise". Die Preise für Arbeitsspeicher haben sich innerhalb eines Jahres teils vervierfacht.
Wie ernst die Lage ist, zeigt ein Beispiel aus der Branche: Der US-Speicherhersteller Micron – einer der drei großen Chip-Konzerne weltweit, neben Samsung und SK Hynix aus Südkorea – hat Ende 2025 angekündigt, seine bekannte Endkunden-Marke „Crucial" komplett einzustellen. Unter diesem Namen verkaufte Micron jahrzehntelang Speicher-Bauteile für normale Computer-Nutzer. Künftig konzentriert sich das Unternehmen lieber ganz auf das lukrativere Geschäft mit der Künstlichen Intelligenz. Für Verbraucher heißt das: weniger Auswahl und tendenziell höhere Preise.
Diese Entwicklung trifft nicht nur Apple. Auch Spielekonsolen, Notebooks und andere Technikprodukte verschiedener Hersteller sind dadurch zuletzt teurer geworden. Für Verbraucher heißt das: Wer ohnehin ein neues Gerät kaufen wollte, sollte Preise vergleichen – und kann mit generalüberholten Geräten (sogenannter „refurbished" Ware) oft noch sparen.