Berlin: Neue Minister vereidigt – Merz baut sein Kabinett um
Berlin. Die Umbildung der Bundesregierung ist vollzogen: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Mittwoch in Berlin die neuen Kabinettsmitglieder ernannt und ihren Vorgängern die Entlassungsurkunden überreicht. Kanzler Friedrich Merz (CDU) besetzt damit mehrere Schlüsselpositionen neu – im Kanzleramt, im Gesundheits- und im Verkehrsministerium.
Wer welches Amt übernimmt
Die bisherige Gesundheitsministerin Nina Warken wird neue Chefin des Bundeskanzleramts und damit Ministerin für besondere Aufgaben. Die 47-jährige Juristin hatte das Gesundheitsressort erst seit Mai 2025 geführt.
Ihr folgt im Gesundheitsministerium der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann. Neuer Verkehrsminister wird Steffen Bilger, bislang Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion und ein ausgewiesener Verkehrsexperte. Er löst Patrick Schnieder ab.
Bereits zuvor bekannt geworden war, dass der frühere Digital-Staatssekretär Philipp Amthor als Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen ins Kanzleramt einzieht. An der CDU-Spitze wird die bisherige Bundesschatzmeisterin Franziska Hoppermann neue Generalsekretärin.
Warum Merz umbaut
Auslöser der Rochade war ein Wechsel an der Fraktionsspitze: Jens Spahn war Ende Juli als Vorsitzender der Unionsfraktion zurückgetreten. Für ihn rückt der bisherige Kanzleramtschef Thorsten Frei nach – und dessen frei werdenden Posten im Kanzleramt übernimmt nun Warken. Diese Verschiebung setzte die weitere Kette in Gang.
Merz hatte die Umbildung vergangene Woche angekündigt und dabei betont, er wolle eine Regierung, die mit Elan arbeite und die Vielfalt der Gesellschaft abbilde: "Wir sind eine Reformregierung, und wir wollen das auch weiter zeigen."
Vereidigung erst im September
Die neuen Ressortchefs übernehmen ihre Amtsgeschäfte noch am selben Tag. Formal vereidigt werden sie wegen der parlamentarischen Sommerpause allerdings erst im September vor dem Bundestag. Steinmeier kritisierte bei der Übergabe der Urkunden die späte Vereidigung.
Ganz abgeschlossen ist die Personalrochade noch nicht: Der Kanzler sucht weiterhin eine Nachfolge für den Posten der Sport-Staatsministerin im Kanzleramt.