Jürgen Klopp ist neuer Bundestrainer - DFB stellt Erfolgscoach in Frankfurt vor
Frankfurt am Main. Es ist amtlich: Jürgen Klopp ist neuer Bundestrainer. Der Deutsche Fußball-Bund stellte den 59-Jährigen am Freitagvormittag auf dem DFB-Campus in Frankfurt offiziell vor. Klopp unterschrieb einen Vertrag bis zur Weltmeisterschaft 2030 und ist damit der 13. Bundestrainer der Verbandsgeschichte.
"Von Anfang an unsere Wunschlösung"
Kurz vor der Pressekonferenz hatten die zuständigen DFB-Gremien in einer digitalen Schalte grünes Licht gegeben. "Ich kann Ihnen mitteilen und freue mich wirklich sehr darüber, dass es ein einstimmiges Votum für Jürgen Klopp gegeben hat", sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf zum Auftakt.
Er machte deutlich, dass es für den Verband nie eine Alternative gab: "Er war von Anfang an unsere Wunschlösung. Wir waren davon überzeugt: Er ist die beste Lösung. Und deswegen haben wir in den letzten Wochen die Gespräche auch stringent geführt." Neben Neuendorf und Klopp saß auch DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke auf dem Podium – ein langjähriger Weggefährte Klopps aus gemeinsamen Dortmunder Zeiten.
Vertraute Gesichter im Trainerteam
Klopp bringt sein bewährtes Team mit: Als Assistenten arbeiten Peter "Piet" Krawietz und Pepijn Lijnders an seiner Seite, dazu kommt der frühere Nationalspieler Sven Bender. Krawietz begleitet Klopp bereits seit Mainzer Tagen, Lijnders war sein Co-Trainer beim FC Liverpool.
Möglich wurde der Wechsel, weil Klopps bisheriger Arbeitgeber Red Bull ihn aus einem eigentlich bis 2029 laufenden Vertrag entließ. Eine klassische Ablösesumme fließt nach Medienberichten nicht – stattdessen soll der DFB rund eine Million Euro an die Stiftung "Wings for Life" spenden, die Rückenmarksforschung finanziert und die Klopp seit Jahren unterstützt. Offiziell bestätigt hat der Verband das nicht.
Auch Mertesacker kommt
Der DFB nutzte den Termin für eine zweite Personalie: Weltmeister Per Mertesacker wird zum 1. Januar 2027 neuer Geschäftsführer Sport. Er folgt auf Andreas Rettig, der zum Jahresende ausscheidet und seinen Nachfolger noch einarbeiten soll. Rudi Völler bleibt Sportdirektor.
Erste Aufgabe im September
Klopp übernimmt eine Mannschaft in der Krise. Vorgänger Julian Nagelsmann war nach dem Aus im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay zurückgetreten – für die Nationalmannschaft war es das dritte enttäuschende WM-Turnier in Folge.
Viel Zeit zum Ankommen bleibt nicht. Am 24. September beginnt in Amsterdam gegen die Niederlande die Nations League, es folgen binnen elf Tagen drei weitere Partien gegen Griechenland und Serbien – ein Programm, das es in dieser Dichte noch nie gab. Das erste große Turnier ist die Europameisterschaft 2028 in England, Schottland, Wales und Irland.
Offen sind noch zentrale Personalfragen: Wer nach dem Rücktritt von Manuel Neuer im Tor steht und ob Joshua Kimmich Kapitän bleibt, dürfte Klopp erst mit seiner ersten Nominierung im September beantworten.
Große Erwartungen
Die Reaktionen auf die Personalie fielen bereits im Vorfeld positiv aus. Der frühere Nationalspieler und Sportdirektor Matthias Sammer nannte Klopp "genau den Richtigen für diese Position", er habe "Aura und Autorität". ZDF-Experte René Adler erwartet einen "ganz neuen Impuls" und einen Ruck durch die Mannschaft – warnte aber zugleich, dass echte Veränderungen Zeit brauchen.