Trier: Zwei Festnahmen nach Tod von Studentin – Haftbefehl wegen Mordes aus Habgier
Trier. Im Fall der getöteten Studentin in Trier hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen. Nach Angaben der Behörden handelt es sich um einen 35 Jahre alten Mann aus dem Saarland und eine Frau aus Trier. Beide sollen die 29-Jährige gemeinschaftlich getötet haben, um an ihr Geld zu kommen. Über den Fund der Toten und die Einrichtung der Sonderkommission hatten wir bereits berichtet.
Es ging um die Bankkarten
Nach den bisherigen Ermittlungen hatten die Beschuldigten die Studentin einige Zeit vor der Tat kennengelernt. Sie sollen den Plan gefasst haben, ihre Bankkarten zu stehlen und damit Geld vom Konto der jungen Frau abzuheben.
Dazu soll der 35-Jährige die Studentin am 16. Juli in ihrer Wohnung mit einem bislang unbekannten Stichwerkzeug angegriffen haben. Einen Tag später hob die mutmaßliche Komplizin nach Erkenntnissen der Ermittler an einem Geldautomaten in Trier einen vierstelligen Betrag vom Konto des Opfers ab.
Gefunden wurde die 29-Jährige erst am Sonntag darauf, nachdem ihre Mutter sie als vermisst gemeldet hatte. Einsatzkräfte öffneten die Wohnungstür in der Nordallee.
Festnahmen im Saarland
Das Amtsgericht Trier erließ gegen beide Beschuldigte Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des gemeinschaftlichen Mordes aus Habgier. Am Donnerstagmorgen durchsuchten die Ermittler die Wohnungen der Beschuldigten und nahmen beide im Saarland fest; der 35-Jährige wurde in Völklingen gefasst.
Weitere Einzelheiten zu den Festgenommenen teilte die Polizei bislang nicht mit – auch nicht zur Staatsangehörigkeit. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Die Ermittlungen führt weiterhin die Sonderkommission "Nordallee".
Kein Zusammenhang mit dem zweiten Fall
Für die Universität Trier war der Tod der Studentin das zweite Tötungsdelikt innerhalb weniger Tage. Am 15. Juli war ein 22 Jahre alter Student nahe dem Campus durch einen Messerangriff getötet worden. Tatverdächtig ist in diesem Fall ein 22-jähriger afghanischer Staatsangehöriger, der sich nach Erkenntnissen der Ermittler in einem psychischen Ausnahmezustand befunden haben soll und in einer geschlossenen Psychiatrie untergebracht wurde. Täter und Opfer kannten sich nicht.
Einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen haben die Ermittler nicht festgestellt. Sie werden getrennt bearbeitet.
Trauer in der Stadt
Die Universität hatte nach dem Tod der 29-Jährigen von tiefer Trauer und großer Fassungslosigkeit gesprochen; Gedenkveranstaltung, Kondolenzbücher und Notfallseelsorge folgten. Auch Oberbürgermeister Wolfram Leibe sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus: Zwei junge Studierende, die ihr Leben noch vor sich hatten, seien grausam ums Leben gebracht worden.