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NeuwiedFM

Elisabeth zu Wied (Carmen Sylva)

Elisabeth zu Wied wuchs in Neuwied auf, wurde Königin von Rumänien und schrieb als Carmen Sylva. Ein Porträt der dichtenden Monarchin.

Elisabeth zu Wied wurde 1843 auf Schloss Monrepos bei Neuwied geboren und war von 1881 bis 1914 Königin von Rumänien. Unter dem Namen Carmen Sylva veröffentlichte sie Gedichte, Märchen, Romane und Theaterstücke. In Neuwied tragen ein Park und eine Schule ihren Künstlernamen.

Leben

Elisabeth kam am 29. Dezember 1843 als erstes Kind von Fürst Hermann zu Wied und Prinzessin Marie von Nassau-Weilburg zur Welt. Ihre Kindheit verbrachte sie auf Monrepos, dem Sommersitz der Wieder Fürstenfamilie, und in Neuwied.

1861 lernte sie in Berlin Prinz Karl von Hohenzollern-Sigmaringen kennen. Die beiden heirateten am 15. November 1869 in Neuwied, und Elisabeth folgte ihrem Mann nach Bukarest. Die einzige Tochter Maria starb 1874 im Alter von drei Jahren, ein Verlust, der die junge Fürstin schwer traf. Als Karl 1881 als Carol I. König von Rumänien wurde, stieg Elisabeth zur Königin auf.

Ihr Verhältnis zum Hof war nicht immer spannungsfrei. Weil sie die von den Politikern abgelehnte Verbindung des Thronfolgers Ferdinand mit ihrer Hofdame Elena Văcărescu unterstützt hatte, musste sie 1891 das Land verlassen und lebte bis 1894 in Italien und in Neuwied, ehe sie nach Bukarest zurückkehrte. Nach dem Tod Carols im Jahr 1914 endete ihre Zeit als Königin. Elisabeth starb am 2. März 1916 in Bukarest und wurde in Curtea de Argeș beigesetzt, der Grablege der rumänischen Könige.

Die Schriftstellerin Carmen Sylva

Ihren Künstlernamen setzte Elisabeth aus zwei lateinischen Wörtern zusammen, die für Lied und Wald stehen. Unter diesem Namen schrieb sie Lyrik, Märchen wie die Pelesch-Märchen, Romane und Bühnenstücke. Mehrere Werke entstanden gemeinsam mit der Schriftstellerin Mite Kremnitz. Außerdem übertrug sie rumänische Lyrik ins Deutsche und übersetzte aus dem Französischen, unter anderem Pierre Loti. Ihre Bücher erschienen auf Deutsch und machten sie über Rumänien hinaus bekannt.

Soziales Engagement und Kunstförderung

Ihre Rolle als Königin verstand Elisabeth auch als soziale Aufgabe. Im Russisch-Türkischen Krieg 1877/78 kümmerte sie sich um verwundete Soldaten. Sie gründete Schulen und Krankenhäuser sowie eine Stickereischule, die Frauen eine Ausbildung ermöglichte. Zugleich förderte sie Künstlerinnen und Künstler, etwa die Malerin Dora Hitz, die Wandbilder für Schloss Peleș bei Sinaia schuf.

Auch außerhalb Rumäniens fand ihr Wirken Anerkennung. 1898 nahm die Russische Akademie der Wissenschaften sie als Ehrenmitglied auf, und 1905 übernahm sie die Schirmherrschaft über den Lyceum-Club in Berlin, eine Vereinigung von Frauen aus Kunst und Wissenschaft. In Berlin trug von 1904 bis 1954 eine Straße ihren Namen, und der Badeort Eforie Sud an der rumänischen Schwarzmeerküste hieß zwischen den Weltkriegen nach ihr.

Bezug zu Neuwied

Neuwied blieb für Elisabeth der Ort ihrer Herkunft. Hier wurde sie geboren, hier verbrachte sie ihre Jugend, und hier fand 1869 ihre Hochzeit statt. Die Verbindung zwischen der Stadt am Rhein und dem rumänischen Königshaus ist bis heute Gegenstand lokaler Forschung. So zeigte das Roentgen-Museum 2016 die Ausstellung "Carmen Sylva. Eine Königin aus Neuwied", begleitet von Vorträgen und Veranstaltungen, und eine Forschungsstelle Carmen Sylva gibt eine eigene Schriftenreihe heraus.

Spuren in Neuwied heute

Am südlichen Rand der Innenstadt liegt der Carmen-Sylva-Garten. Die Stadt legte die Parkanlage 1934 zu Ehren der Prinzessin und späteren Königin an. Auch die Carmen-Sylva-Schule, eine Realschule plus im Stadtteil Niederbieber, trägt ihren Künstlernamen.

Angaben nach Veröffentlichungen der Stadt Neuwied (undefined, undefined). Stand: 9. Oktober 2026.

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