Freitag, 9. Oktober 202623:09 Uhr
13° Nieselregen Eilmeldungen abonnieren
NeuwiedFM

Robert Krups

Robert Krups war von 1924 bis 1936 Bürgermeister von Neuwied und gab den Anstoß zum Deich. Warum er sein Amt unter den Nationalsozialisten verlor.

Robert Krups war von 1924 bis 1936 Bürgermeister von Neuwied und gilt als treibende Kraft hinter dem Hochwasserschutzdeich, der das Gesicht der Stadt bis heute prägt. In Neuwied wird er deshalb auch als der dritte Stadtgründer bezeichnet.

Leben

Robert Krups kam am 21. April 1887 in Wald zur Welt, das heute zu Solingen gehört. Er war der vierte von fünf Söhnen des Waagenfabrikanten Robert Krups senior. Anders als seine vier Brüder stieg der Sohn nicht in die Firma ein, sondern entschied sich für eine Laufbahn in der öffentlichen Verwaltung. Während seines Studiums schloss er sich 1907 der Burschenschaft Frankonia Heidelberg an.

Am 5. Mai 1924 trat Krups sein Amt als Bürgermeister der Stadt Neuwied an. Er galt als parteilos. In seine Amtszeit fielen der Ausbau der Schulen, der Stadtwerke und der Freiwilligen Feuerwehr, die Anlage neuer Grünflächen sowie die Gründung der Gemeindlichen Siedlungs-Gesellschaft.

Der Deich

Neuwied liegt tief am Rhein und war in den 1920er Jahren wiederholt von schweren Hochwassern betroffen, so 1920, 1924 und 1926. Beim Hochwasser des Winters 1925/26 stand nahezu das gesamte Stadtgebiet unter Wasser, mehr als tausend Wohnungen und rund zweihundert Geschäfte waren betroffen. Auf Initiative von Krups beschloss die Stadt daraufhin einen umfassenden Schutz. Zwischen 1928 und 1931 entstand ein rund 7,5 Kilometer langer Hochwasserschutzdeich, dessen Herzstück eine mit Muschelkalk verkleidete, mehrere hundert Meter lange Deichmauer entlang der Innenstadt ist. Damit die Stadt trotz des Bauwerks zum Fluss hin offen blieb, erhielt die Mauer zwei Wassertore vor der Schloss- und der Pfarrstraße sowie ein Fußgängertor vor der Marktstraße, die bei Hochwasser geschlossen werden. Bis heute hat der Deich die Stadt bei zahlreichen Hochwassern vor großen Schäden bewahrt, und Neuwied versteht sich seitdem als Deichstadt.

Konflikt mit dem NS-Regime

1935 wurde auch das zweite große Vorhaben verwirklicht, eine Straßenbrücke zwischen Neuwied und Weißenthurm, die heutige Raiffeisenbrücke. Bei ihrer Einweihung trug sie den Namen Hermann-Göring-Brücke. Krups erschien zu diesem Anlass nicht in der braunen Parteiuniform der NSDAP. Am 4. Februar 1936 musste er sein Amt als Bürgermeister aufgeben. Es war ein erzwungener Abschied, über die genauen Hintergründe ist allerdings wenig überliefert.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Rathaus wechselte Krups in die Wirtschaft und wurde Verwaltungsrechtsrat der Hobraeck-Werke, eines Neuwieder Furnierwerks. Nach Kriegsende 1945 engagierte er sich in der Industrie- und Handelskammer Koblenz, leitete deren Außenstelle in Neuwied und stieg später zum ersten Vizepräsidenten der Kammer auf. Robert Krups starb am 12. Dezember 1950 in Neuwied.

Bezug zu Neuwied

Krups lebte und wirkte über ein Vierteljahrhundert in Neuwied und starb auch dort. Mit dem Deich, der die Innenstadt vor dem Rhein schützt, hinterließ er der Stadt das Bauwerk, das ihr Selbstverständnis bis heute bestimmt.

Spuren in Neuwied heute

Auf der Deichmauer an der Rheinpromenade erinnert ein Denkmal an den früheren Bürgermeister, nicht weit vom Pegelturm, dem Wahrzeichen der Stadt. Auch die Robert-Krups-Schule im Stadtteil Irlich und die Robert-Krups-Straße tragen seinen Namen.

Stand: 9. Oktober 2026.

Wie gefällt Ihnen das neue Design?

Was gefällt Ihnen, was nicht, und was würden Sie sich wünschen? Ihre Rückmeldung ist anonym und hilft uns bei der Weiterentwicklung.