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Friedrich von Ingenohl

Friedrich von Ingenohl aus Neuwied führte 1914 die deutsche Hochseeflotte. Wie der Admiral nach Scarborough und Doggerbank sein Kommando verlor.

Friedrich von Ingenohl wurde 1857 in Neuwied geboren und stieg in der Kaiserlichen Marine bis zum Admiral auf. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs führte er die deutsche Hochseeflotte, ehe er nach einer Reihe erfolgloser Unternehmungen Anfang 1915 abgelöst wurde. Damit gehört er zu den Neuwiedern, die eine Rolle in der Geschichte des Ersten Weltkriegs spielten.

Leben

Ingenohl kam am 30. Juni 1857 in Neuwied zur Welt und stammte aus bürgerlichen Verhältnissen. Sein vollständiger Name lautete Gustav Heinrich Ernst Friedrich Ingenohl. Am 12. April 1874 trat er als Kadett in die Kaiserliche Marine ein, 1878 wurde er Unterleutnant zur See.

Seine Laufbahn führte ihn früh in fremde Gewässer. Ab 1888 befehligte er das Torpedoboot S 34, von 1894 bis 1896 das Kanonenboot Iltis in Ostasien, wo er 1895 den Chinesisch-Japanischen Krieg beobachtete. 1896 wurde er Korvettenkapitän und 1902 Kapitän zur See. Ab 1904 kommandierte er, mit Unterbrechungen bis 1908, die kaiserliche Jacht Hohenzollern, und 1906 ernannte ihn Wilhelm II. zu seinem Flügeladjutanten. Am 27. Januar 1909 erhob ihn der Kaiser in den erblichen Adelsstand. 1910 wurde er Vizeadmiral und übernahm das II. Geschwader. 1913 trat er an die Spitze der Hochseeflotte und wurde im November desselben Jahres zum Admiral und Flottenchef ernannt.

Flottenchef im Ersten Weltkrieg

Als der Krieg im August 1914 begann, stand Ingenohl damit an der Spitze des wichtigsten deutschen Seeverbands. Die Kaiserliche Marine war der britischen Royal Navy zahlenmäßig unterlegen, und Wilhelm II. hatte angeordnet, die Flotte nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Ingenohl versuchte deshalb, mit kleineren Vorstößen Teile der britischen Flotte herauszulocken und einzeln zu schlagen. Eine entscheidende Seeschlacht, für die er selbst eintrat, fand bei der Admiralität keine Unterstützung.

Das erste größere Gefecht verlief für die deutsche Seite verlustreich. Bei Helgoland gingen am 28. August 1914 drei Kleine Kreuzer und ein Torpedoboot verloren, während die Briten kein Schiff einbüßten.

Am 16. Dezember 1914 beschossen die Schlachtkreuzer unter Konteradmiral Franz Hipper die englischen Küstenstädte Scarborough, Hartlepool und Whitby. Ingenohl sicherte das Unternehmen mit der Hauptflotte ab, die östlich der Doggerbank stand. Als es in den frühen Morgenstunden zu Gefechten mit britischen Zerstörern kam, befürchtete er, auf die gesamte britische Grand Fleet zu treffen, und ließ die Flotte nach Deutschland zurückkehren. Tatsächlich stand ihm nur ein Teil der britischen Flotte gegenüber, dem er deutlich überlegen gewesen wäre. Die Beschießung traf die Zivilbevölkerung schwer, mehr als hundert Menschen kamen ums Leben, Hunderte wurden verletzt. In Großbritannien löste der Angriff große Empörung aus, die Werbeplakate für den Kriegsdienst griffen ihn auf. In der deutschen Marineführung wiederum wurde Ingenohl vorgeworfen, eine günstige Gelegenheit verpasst zu haben.

Im Januar 1915 ordnete er einen weiteren Aufklärungsvorstoß an, diesmal ohne Rückendeckung durch die großen Linienschiffe. Daraus entwickelte sich am 24. Januar 1915 das Gefecht auf der Doggerbank, das mit dem Verlust des Panzerkreuzers Blücher für die deutsche Seite ebenfalls ungünstig endete. Am 2. Februar 1915 wurde Ingenohl gemeinsam mit seinem Stabschef Richard Eckermann durch Admiral Hugo von Pohl ersetzt.

Späte Jahre

Nach seiner Ablösung übernahm Ingenohl die Marinestation der Ostsee, wurde aber am 13. August 1915 auch von diesem Posten abberufen und zur Disposition gestellt. Nach dem Krieg verlangten die Alliierten seine Auslieferung als Kriegsbeschuldigter, Deutschland lehnte das jedoch ab. Friedrich von Ingenohl starb am 19. Dezember 1933 in Berlin.

Bezug zu Neuwied

Ingenohls Verbindung zu Neuwied ist vor allem die seiner Herkunft. In der Stadt wurde er geboren und verbrachte seine Kindheit, ehe er als junger Mann zur Marine ging.

Stand: 9. Oktober 2026.

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